Schon seit vielen Jahren setzt die Polizei Hunde für verschiedene Aufgaben ein. In der Regel verrichten sie ihre Aufgabe ohne große öffentliche Aufmerksamkeit. Eine Ausnahme stellte allerdings der 6. September 1969 dar. Damals wurde der Schalker Fußballprofi Friedel Rausch während des laufenden Revierderbys gegen Borussia Dortmund von einem Polizeihund in den Hintern gebissen. Der Zwischenfall blieb allerdings ohne große Folgen: Rausch bekam eine Tetanus-Spritze und spielte weiter. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul musste in der vergangenen Woche allerdings keine Angst vor einem spontanen Biss haben. Denn er stand vor einer neuen Generation von Polizeihund: Zukünftig soll der von der Firma Boston Dynamics entwickelte Roboterhund Spot auch in Nordrhein-Westfalen die Polizei unterstützen. Präsentiert wurde die Neuerung passenderweise bei der Eröffnung des neu geschaffenen Innovation Lab der Polizei in NRW. Dort beschäftigen sich Experten aus verschiedenen Fachrichtungen mit der Zukunft der Polizei.


Bild: Boston Dynamics

Im Innovation Lab sollen die Fähigkeiten gezielt angepasst werden

Zum einen sollen hier neue Technologien entwickelt werden, um die Jagd auf Verbrecher zu unterstützen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, bereits vorhandene Innovationen zu untersuchen und zu schauen, inwieweit diese für den Polizeieinsatz genutzt werden können und welche Anpassungen gegebenenfalls vorgenommen werden müssen. Hier kommt dann auch der Roboterhund Spot ins Spiel. Denn dieser wurde nicht speziell für die Nutzung durch die Polizei konzipiert, sondern verfügt über eine Reihe von vielseitig einsetzbaren Fähigkeiten. Diese sollen in dem neu geschaffenen Innovation Lab nun gezielt für die tägliche Polizeiarbeit nutzbar gemacht werden. Einzelheiten zu den geplanten Einsätzen wurden bisher folgerichtig noch nicht kommuniziert. Der Minister sprach lediglich allgemein von Einsatzmöglichkeiten in Katastrophengebieten oder an gefährlichen Tatorten. Es dürfte daher eher unwahrscheinlich sein, dass die Roboterhunde bald in den Straßen Streife laufen und in direkten Kontakt mit der Bevölkerung kommen.


Der Einsatz von Roboterhunden ist nicht unumstritten

Eine gewisse Zurückhaltung beim Einsatz der neuen Technik könnte durchaus angebracht sein. Denn erste Tests in den Vereinigten Staaten verliefen alles andere als erfolgreich. So hat die New Yorker Polizei die Zusammenarbeit inzwischen wieder beendet. In der US-Metropole war die Nutzung der Roboterhunde stark in die Kritik geraten. Unter anderem weil sie verstärkt in von Minderheiten bewohnten Vierteln zum Einsatz gebracht worden sein sollen. Tatsächlich kritisieren auch Bürgerrechtler, dass die Roboterhunde mit ihrer 360-Grad-Kamera theoretisch zur verstärkten Überwachung der Bevölkerung genutzt werden könnten. Bisherigen Informationen zufolge ist so etwas in Nordrhein-Westfalen allerdings nicht geplant. Neben der Polizei zeigt auch das Militär Interesse an der neuen Technologie. So hat die Bundeswehr sich bereits mit dem Einsatz von Roboterhunden beschäftigt. Die französische Armee wiederum hat Tests durchgeführt, bei denen Maschinen gefährliche Aufklärungseinsätze übernommen haben.

Via: Innenministerium NRW

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.