Während die Hersteller von Elektroautos in immer mehr Ländern steigende Verkaufszahlen verbuchen können, steht die Luftfahrt noch ganz am Anfang der Elektrifizierung. Zwar gibt es zahlreiche Startups, die den Einsatz von Elektroflugzeugen oder elektrisch angetriebenen Flugtaxis planen. Eine Airline kündigte inzwischen sogar an, zukünftig ausschließlich auf elektrisch angetriebene Flugzeuge zu setzen. Doch faktisch fliegen aktuell alle in Serie produzierten Flugzeuge noch mit Verbrennungsmotor. Der Hintergrund: Für ein emissionsfreies Fliegen müssen noch einige technische Probleme gelöst werden. So sind die für einen Flug benötigten Akkus aktuell noch so schwer, dass kaum größere Reichweiten möglich sind. Die zwei US-Unternehmen MagniX und AeroTEC haben nun aber unter Beweis gestellt, dass Flüge mit dem Elektromotor zumindest theoretisch möglich sind.


Bild: MagniX

Noch ist die Kabine voll mit Akkus

Dazu entfernten sie bei einer Cessna 208 den sonst genutzten Pratt-&-Whitney-Verbrennungsmotor und ersetzten ihn durch einen selbst konstruierten Elektromotor namens Magni500. Zusätzlich wurden noch Lithium-Ionen-Akkus und ein Kühlsystem eingebaut. Anschließend war das Flugzeug tatsächlich in der Lage abzuheben und flog eine rund dreißig Minuten dauernde Runde. Damit haben die Firmen unter Beweis gestellt: Auch Flugzeuge dieser Größe lassen sich elektrisch antreiben. Ein genauerer Blick zeigt dann allerdings auch die noch vorhandenen Probleme. Denn der Akku und das Kühlsystem wurden in die Kabine des Fliegers gestopft. Platz für Passagiere war dort daher nicht mehr. MagniX-Chef Roei Ganzarski sieht dies aber gelassen: „Wir haben nicht einmal versucht, die Batterien an einem praktischeren Ort zu platzieren.“ Stattdessen ging es ihm vor allem um eine Technologie-Demonstration.

Die Zulassung sollte vergleichsweise schnell möglich sein

Später einmal sollen mit dem Elektroflugzeug dann immerhin vier bis fünf Passagiere über Distanzen von bis zu 160 Kilometern geflogen werden können. Voraussetzung dafür: Weitere technologische Entwicklungen bei der Produktion der benötigten Akkus. Tatsächlich hat sich hier in den letzten Jahren bereits viel getan: Bei identischer Größe sind Lithium-Ionen-Akkus heute deutlich leistungsfähiger als in der Vergangenheit. Sollte sich dieser Trend so fortsetzen, könnte die Elektro-Cessna schon bald auch Platz für Passagiere bieten. Voraussetzung für einen kommerziellen Betrieb ist außerdem eine Zulassung durch die Federal Aviation Administration (FAA). Weil es sich aber um ein bereits zertifiziertes Flugzeug handelt, das lediglich umgebaut wurde, sollte dieser Prozess vergleichsweise schnell abgeschlossen werden können.


Via: Seattle Times

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1 Kommentar

  1. Wilfi

    4. Juni 2020 at 14:24

    Mit dem ECAT SKL ist die Technologie zur Stromversorgung bereits entwickelt, jedoch noch nicht am Markt verfügbar. Ich schätze, dass in 5 Jahren (einschließlich Zertifizierungen) die gleichen Reichweiten oder noch mehr wie mit Kerosin erreicht werden können.

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