Als Gouverneur von Kalifornien war Arnold Schwarzenegger einst angetreten, um die maroden Staatsfinanzen des US-Bundesstaats zu sanieren. An dieser Aufgabe scheiterte allerdings auch der Terminator. Dennoch haben seine beiden Amtszeiten ein positives Erbe hinterlassen. Denn der Schauspieler etablierte Kalifornien als Vorzeigestaat in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Auch heute noch reist Schwarzenegger um die Welt und wirbt etwa für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Demnächst will er in Wien zudem eine große Umweltkonferenz abhalten. Parallel dazu plant er aber auch den Gang in die Gerichtsäle der Vereinigten Staaten. Wie der ehemalige Gouverneur auf der Entwicklerkonferenz SXSW bekannt gab, arbeitet er an Schadensersatzklagen gegen alle großen Ölkonzerne. Das Vorbild: Der juristische Kampf gegen die Tabakindustrie.


Während George W. Bush aus einer Öldynastie stammt, will Schwarzenegger die Industrie verklagen.

Die Ölindustrie wird auf eine Stufe mit den Tabakfirmen gestellt

Diese hatte in Studien bereits vergleichsweise früh herausgefunden, dass Zigaretten stark krebserregend sind und zahlreiche weitere gesundheitliche Schäden verursachen können. Statt die Konsumenten aber zu warnen, wurden die Ergebnisse bewusst zurückgehalten. Amerikanische Richter verstanden in diesem Punkt später keinen Spaß und verurteilten die beteiligten Firmen zu Schadensersatz in Milliardenhöhe. Schwarzenegger will hier eine Parallele zur Ölindustrie erkennen. Tatsächlich waren die Unternehmen dort mit die ersten, die sich mit dem Phänomen des Klimawandels beschäftigten. Auch hier führten die Ergebnisse – so zumindest die Argumentation des Schauspielers – aber nicht zu einer umfassenden Information der Öffentlichkeit. Deswegen seien die Ölfirmen für den Tod von Menschen überall auf der Welt verantwortlich. Gemeinsam mit Anwälten bereitet er daher aktuell zahlreiche öffentliche Klagen vor.

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Zuletzt aktualisiert am 20.09.2018

Mit der Klage wird juristisches Neuland betreten

Schwarzenegger nimmt bei dieser Thematik kein Blatt vor den Mund: „Wenn du in einen Raum gehst und du weißt, du wirst jemanden töten, handelt es sich um vorsätzlichen Mord. Ich denke mit den Ölfirmen ist es das selbe.“ Ob diese Argumentation auch vor Gericht Erfolg haben wird, lässt sich aktuell allerdings nur schwer prognostizieren. Denn der Zusammenhang zwischen dem Verbrennen von fossilen Brennstoffen und dem Tod von Menschen ist nicht so einfach zu belegen, wie dies beim Konsum von Zigaretten der Fall ist. Doch Schwarzenegger hofft, dass durch seine Klagen zumindest die Öffentlichkeit für die Thematik sensibilisiert wird. Im Fall der Tabakindustrie hat dies zumindest teilweise geklappt: In vielen Ländern ist die Zahl der Raucher stark gesunken, seit die Gesundheitsgefahren allgemein bekannt sind und der Gesetzgeber regulatorische Maßnahmen ergriffen hat.

Via: Inhabitat


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