Die Serengeti erstreckt sich von Tansania bis nach Kenia über eine Fläche von mehr als 40.000 Quadratkilometern. Jedes Jahr kommt es dort zu gewaltigen Tierwanderungen. So ziehen die Pflanzenfresser stets dem Regen hinterher, um möglichst viel frisches Gras fressen zu können. Um auch weiterhin ausreichend Beute zu finden, folgen ihnen auch die Raubtiere. In einer Art ewigem Kreislauf wandern die Tiere so stets vom Süden der Savanne in den Norden und anschließend wieder zurück. Dieses gewaltige Naturschauspiel wird inzwischen auch im Internet übertragen. Viele Touristen wollen sich das Spektakel allerdings auch vor Ort ansehen. Der Tourismus in der Region boomt daher. Doch genau das wird nun zum Problem.


von David Dennis from Pozuelo de Alarcón, Madrid, Spain (Zebra in the Serengeti Wildebeest Migration) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Zu viele Menschen verändern das Ökosystem

So haben Wissenschaftler aus elf Forschungseinrichtungen erschreckende Zahlen vorgelegt. Die Bevölkerung in den Randgebieten der Serengeti ist demnach um bis zu 400 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der Großtiere sich teilweise um drei Viertel verringert. Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Entwicklungen scheint auf der Hand zu liegen. Tatsächlich üben die zahlreichen neuen menschlichen Bewohner in der Region Druck auf das komplexe Ökosystem der Savanne aus. So ist auch die Zahl der Viehherden gestiegen, wodurch ein Konkurrenzkampf um wertvolles Weideland eingesetzt hat. Die Wildtiere müssen daher teilweise das Gras komplett abfressen. Dadurch entstehen aber auch keine natürlichen Wildfeuer mehr, die dem Boden eigentlich wichtige Nährstoffe bringen und eine Verbuschung verhindern.

Die Region wird anfälliger für extreme Wetter-Ereignisse

Die Pflanzenwelt verändert sich also, was natürlich auch Auswirkungen auf das Leben der Tiere hat. Gleichzeitig befürchten die Forscher noch eine Art zweite Welle des Problems. Denn die Region könnte dadurch auch anfälliger für Naturkatastrophen werden. Die Auswirkungen von Starkregen-Ereignissen könnten in Zukunft beispielsweise deutlich gravierender sein als in der Vergangenheit. Verschärft wird diese Entwicklung zudem durch den Klimawandel. Die Wissenschaftler fordern daher aktive Gegenmaßnahmen. Letztlich soll so die Zahl der Menschen in dem Savannen-Grenzgebiet wieder stark reduziert werden. Oder anders ausgedrückt: Der Tourismus muss eingeschränkt werden, damit das touristische Highlight der Savannen-Wanderung auch von zukünftigen Generationen noch bestaunt werden kann.


Via: Daily Mail

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