Die europäische Raumfahrtorganisation ESA schätzt, dass mehr als 600.000 Trümmer auf Umlaufbahnen um die Erde sind. Sie gelten als Gefahr für bereits stationierte Satelliten und neue. Bei Zusammenstößen können die künstlichen Himmelskörper zerstört werden. 13.000 hat das US-amerikanische Space Surveillance Systems im Visier. Die Umlaufbahnen des übrigen Weltraumschrotts lassen sich nur erahnen.


Bild: DLR (CC-BY 3.0)

Bahnen der Trümmer werden per Laser erfasst

Zumindest die Trümmer, die auf erdnahen Bahnen kreisen, sollen ab 2021 genau vermessen werden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) baut auf dem Innovationscampus Empfingen im Nordschwarzwald das weltweit größte Observatorium, das speziell für diese Zwecke gedacht ist. Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des DLR-Instituts für Technische Physik in Stuttgart, das die Federführung hat, steht die hochgenaue Entfernungsmessung mit Hilfe spezieller Laser. Zudem sollen bisher unbekannte orbitale Objekte ausfindig gemacht und mit Spektralanalysen, bei denen die farbliche Zusammensetzung des Lichts der Objekte ermittelt wird, möglichst genau charakterisiert werden. „Unser Ziel ist es, Objekte, die bis zu zehn Zentimeter klein sind, zu erfassen, zu orten und zu bestimmen“, so Professor Thomas Dekorsy, Direktor des Instituts.

„First Light“ bereits im Dezember

Die Bauarbeiten für das optische Großteleskop mit dem Projektnamen MS-LART (Multi-Spectral Large Aperture Receiver Telescope, Multispektrales Empfangsteleskop) beginnen Ende Mai 2020. Der Turm mit drehbarer Kuppel wird 15 Meter hoch sein. Das darin befindliche Teleskop hat einen Primärspiegeldurchmesser von 1,75 Metern. Es ist beim Spezialunternehmen Astro Systeme Austria (ASA) im österreichischen Neumarkt im Mühlkreis bereits im Bau. Es wird auch den Kuppelbau errichten und das Teleskop integrieren.


Bereits in diesem Dezember soll das Teleskop das „erste Licht“ empfangen. „First light“ bezeichnet in der Astronomie den Augenblick, in dem zum ersten Mal das Licht eines Gestirns auf den Spiegel oder die Linse eines neuen Teleskops fällt. Die Investitionssumme von rund 2,5 Millionen Euro stammt aus Mitteln des DLR und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Menge an Trümmern nimmt immer mehr zu

Die DLR-Forscher haben vor allem Objekte im Visier, die in Höhen zwischen 400 und 2000 Kilometern kreisen. Sie sind, wenn Art, Größe und Umlaufbahn nicht exakt bekannt sind, eine Gefahr für die bemannte und unbemannte Raumfahrt. Die Zahl der Trümmer nimmt immer mehr zu, weil Satelliten ans Ende ihrer Lebensdauer geraten und weil zusätzliche künstliche Himmelskörper stationiert werden.

via DLR

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