Durch die Sporthalle des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA fliegt zuweilen ein Fluggerät, das sich völlig geräuschlos bewegt. Es besitz auch keine beweglichen Teile. Ionenwind ist der Antrieb, elektrisch geladene Luftmoleküle, die von geladenen Drähten im vorderen Teil des Flugzeugs erzeugt werden. Eine Elektrode im Heck zieht sie magisch an. Dadurch entsteht, ähnlich wie in einem Düsentriebwerk ein Schub, der das Flugzeug vorwärts bewegt. Die Energie kommt auf Lithium-Ionen-Batterien, die in der dicken Nase des Flugzeugs untergebracht sind.


Bild: Christine Y. He

Drohnen könnten damit als erste ausgestattet werden

„Diese Entwicklung eröffnet die Möglichkeit, Flugzeuge leiser fliegen zu lassen“, sagt Steven Barrett, Juniorprofessor für Luft- und Raumfahrt. Außerdem ließen sie sich mechanisch einfacher bauen und erzeugten keinerlei Emissionen. Das erste Modell kann allerdings noch keine nützlichen Aufgaben erfüllen. Es hat eine Spannweite von fünf Metern und wiegt weniger als fünf Pfund. Schon eine Kamera wäre eine zu große Last. Doch es ist erst der Anfang. Barrett kann sich vorstellen, mit einem verstärkten Ionenwind-Antrieb in naher Zukunft leichte Drohnen fliegen zu lassen, die Geräte an Bord haben. Größere Flugzeuge könnten den Antrieb zusätzlich einsetzen, um Treibstoff zu sparen und die Umwelt zu schonen.


Fluggerät ohne bewegliche Teile

Barrett ließ sich von den Raumschiffen leiten, die in den Science-fiction-Filmen „Star Trek“ ohne sichtbaren Antrieb durchs All sausen. Als Jugendlicher war er ein Fan dieser Serie. „Das brachte mich auf die Idee, dass Flugzeuge nicht unbedingt Propeller und Turbinen brauchen“, so der Forscher. Neun Jahre brauchte er mit seinem Team, um seinen Traum zu verwirklichen. Schlüsselkomponente ist ein Wandler, der die Energie der Batterie in Hochspannung verwandelt. 40.000 Volt sind es. Die reichen aus, um alle Luftmoleküle in der Umgebung der vorderen Drähte zu ionisieren – sie entziehen ihnen Elektronen, sodass diese negativ geladen sind und von der positiven Elektrode am Heck angezogen werden. Die Beschleunigung der Ionen ist so stark, dass sich das Flugzeug in Gegenrichtung bewegt.

via MIT

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