Ähnlich wie in der Europäischen Union wird auch in den Vereinigten Staaten regelmäßig die Uhr umgestellt. Eine im Fachjournal „Current Biology“ veröffentlichte Studie hat nun die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit untersucht. Dazu analysierten die Forscher insgesamt 732.835 tödliche Unfälle aus den Jahren 1996 bis 2017. Dabei stellten sie fest, dass diese Ereignisse in der Woche nach der Zeitumstellung statistisch gehäuft auftreten. Auf das gesamte Land hochgerechnet passierten 28 Verkehrsunfälle mit Todesfolge pro Jahr mehr als zu erwarten gewesen wären. Weil der Effekt zudem über die Jahre konstant auftritt, kann ein reiner Zufall ausgeschlossen werden. Die Forscher halten hingegen einen Zusammenhang mit den umgestellten Uhren für sehr wahrscheinlich. Ihre Vermutung: Der gestörte Biorhythmus der Autofahrer ist für den Anstieg verantwortlich.


Morgens ist die Gefahr am größten

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die statistische Häufung sowohl bei der Umstellung im Frühjahr als auch bei der im Herbst auftritt. Zwar war das Unfallrisiko am Morgen deutlich höher als am Abend. Zu beiden Tageszeiten lag der Wert aber deutlich über dem statistischen Mittel. Es scheinen also nicht allein die Lichtverhältnisse oder die Wetterbedingungen zu sein, die für den Effekt verantwortlich sind. Vielmehr scheint sich die Zeitumstellung tatsächlich teilweise auf fatale Art und Weise auf die Fahrleistung auszuwirken. Für die Autoren der Studie ist damit klar: Die Abschaffung der Zeitumstellung kann Menschenleben retten. Andere Forscher kritisieren hingegen, dass mögliche weitere Faktoren in der Untersuchung nicht genau genug unter die Lupe genommen wurden.


In der EU herrscht noch Uneinigkeit

Aber auch abseits vom Straßenverkehr hat die Zeitumstellung negative Auswirkungen auf die Gesundheit eines Teils der Bevölkerung. Die Europäische Union will diese daher grundsätzlich abschaffen. Allerdings konnten sich die Mitgliedsstaaten bisher noch nicht auf ein Prozedere einigen. So wollen einige auf eine dauerhafte Sommerzeit umstellen, während andere die fixe Winterzeit propagieren. Ohne eine Koordination zwischen den einzelnen Staaten droht aber ein Flickenteppich mit ganz vielen unterschiedlichen Zeitzonen zu entstehen. Die EU-Kommission hat den angepeilten Termin für die Abschaffung daher zunächst einmal nach hinten verschoben. Sollte es dann einmal soweit sein, dürfte dies auch für die Autoren der eingangs beschriebenen Studie von Interesse sein. Denn ihrer Theorie zufolge müsste die Abschaffung weniger tödliche Verkehrsunfälle zur Folge haben.

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