Die Hängenden Gärten von Babylon gelten als eines der sieben Weltwunder der Antike. Die stufenförmige Anordnung erfolgte nicht nur aus rein ästhetischen Gründen, sondern auch weil dadurch das Sonnenlicht besonders gut eingefangen werden konnte. Aus dem selben Grund werden auch heute in China noch Reisfelder terassenförmig angelegt. Der Architekt Vincent Callebaut hat dieses Konzept nun auf den Entwurf für ein neues Hochhaus übertragen. Der Aboricole genannte Turm soll nicht nur ein grünes Ausrufezeichen mitten in der Stadt setzen, sondern auch für die Bewohner ein besonderes Erlebnis bieten. So werden etwa Obstbäume und Sträucher gepflanzt, sodass regelmäßig frisches Obst gepflückt werden kann. Auch eine landwirtschaftliche Nutzung der Terrassen mittels Permakultur wäre möglich.


Bild: Vincent Callebaut Architectures

Die Pflanzen bringen drei große Vorteile mit sich

Geplant wurde das 35 Meter hohe Hochhaus für eine Kreuzung in der französischen Stadt Angers. Gepflanzt werden daher neben den Nutzpflanzen vor allem Gewächse aus der heimischen Loire Region. Diese sollen dann gleich drei Vorteile mit sich bringen: Sie reduzieren die CO2-Belastung, speichern Regenwasser und erhöhen die Lebensqualität der Bewohner – etwa indem sie wohltuenden Schatten spenden. Der Name des Gebäudes weist zudem schon auf die Besonderheit hin: Auch im Deutschen wird eine Lebensweise von Tieren, die sich vor allem in den Baumkronen abspielt, als Arboricol bezeichnet. Der Turm soll also in gewisser Weise ein Stück Natur in die Stadt bringen und für seine Bewohner einen ganz eigenen Lebensraum schaffen.

Bild: Vincent Callebaut Architectures

Auch Stefano Boeri ist auf dem Gebiet sehr aktiv

Aber auch der Rest der Stadt und des Landes profitiert. Denn die rund 20.000 Pflanzen reinigen nicht nur die Luft, sondern nehmen jährlich auch noch fünfzig Tonnen CO2 auf. Vertikale Wälder an Hochhäusern erfreuen sich weltweit zudem einer immer größeren Beliebtheit. Neben Callebaut ist vor allem der Italiener Stefano Boeri auf diesem Gebiet sehr aktiv. So errichtete er in Lausanne einen begrünten Hotelkomplex, baute in Shanghai den ersten vertikalen Wald Asiens und soll in China nun sogar eine ganze Waldstadt aus dem Boden stampfen. Ob der Aboricole hingegen tatsächlich realisiert wird, steht noch nicht fest. Zunächst einmal handelt es sich lediglich um einen Beitrag für einen Architekturwettbewerb.


Bild: Vincent Callebaut Architectures

Via: Inhabitat

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