Die Stadtwerke Nürtingen bieten Bienenstrom an. Ab Januar 2021 auch Bienenwärme. Dahinter verbirgt sich eine Idee, die helfen soll, das Insektensterben zu verhindern. Pro Kilowattstunde Bienenstrom, der zu 100 Prozent emissionsfrei erzeugt wird, steckt das Unternehmen einen Cent in den Aufbau von Blühwiesen, die Futter für Insekten produzieren. Außerdem bieten die Flächen Lebensraum für Wildtiere wie Hasen und Fasanen. Hinter Bienenwärme verbirgt sich Erdgas, das mindestens zehn Prozent Methan aus Biogasanlagen enthält, das emissionsfrei erzeugt wird. Hier beträgt der Blühwiesenanteil 0,2 Cent pro Kilowattstunde.


Eine Honigbiene entfernt sich von einer Blüte

500 Quadratmeter Blühwiese pro Haushalt

Ein Durchschnitthaushalt, der im Jahr 3600 Kilowattstunden Strom verbraucht, finanziert so etwa 500 Quadratmeter Blühwiese. Bei einem Jahresverbrauch von 25.000 Kilowattstunden Bienenwärme sind es 400 Quadratmeter. Bisher entstanden so bereits 300.000 Quadratmeter blühende Wiesen. Bei der Bienenwärme sieht es so aus. In Zusammenarbeit mit Landwirten, die Energiepflanzen wie Mais anbauen, werden die Monokulturen durch insektenfreundliche Pflanzen ersetzt. Wenn die letzte blühende Futterquelle versiegt ist wird die Biomasse geerntet und in Biogasanlagen vergoren. Hier entsteht Biogas, ein Gemisch vor allem aus Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid. Es kann zu Methan aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Da der Ertrag niedriger ist als beim Einsatz von Mais erhalten die Anlagenbetreiber einen Ausgleich aus dem Bienencent.


Bienentarife gibt es bundesweit

Die findigen Nürtinger Stadtwerke bieten ihre Bienentarife bundesweit an. Partner ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das seit 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat geführt wird. „Bienenstrom ist eine tolle Idee und unbedingt unterstützenswert“, lobt Georg Hackl, ehemaliger Rennrodler, Olympiasieger und Bienenstromnutzer.

Über einen Zeitraum von 27 Jahren haben Forscher und Ehrenamtliche intensiv die Insektenpopulation in Schutzgebieten in ganz Deutschland untersucht. Zwischen 1989 und 2015 ist demnach die Zahl an Fluginsekten um 75 Prozent zurückgegangen. Das hat massive Folgen für den gesamten Naturkreislauf. Ohne Insekten, die Blüten bestäuben, gäbe es beispielsweise viele Früchte nicht mehr.

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