Der Patient, der gerade eingeliefert wird, hat schwere Verbrennungen erlitten. Ein Viertel seiner Haut ist zerstört. Die Wunden werden behandelt und verbunden, um Infektionen zu verhindern. Weil derartige Wunden eine halbe Ewigkeit brauchen, um zu heilen, erhält der Patient später Hauttransplantate, die ihm selbst oder einem Spender entnommen werden. Das ist schmerzhaft und Abstoßungsreaktionen nach der Übertragung von Fremdhaut sind nicht ausgeschlossen.


Neue Haut aus eigenen Zellen

So geht es heute. Morgen sieht es völlig anders aus. Sobald der Patient einigermaßen stabilisiert ist, werden ihm in einer kleinen Biopsie Hautzellen entnommen. Sie werden mit einem Hydrogel vermischt, das ist ein biokompatibler Kunststoff, der große Mengen an Wasser enthält. Es entsteht eine tintenähnliche Flüssigkeit, die in die Patrone eines 3D-Druckers gefüllt wird. Das mobile Gerät wird zum Patienten gerollt. Ein integrierter Scanner erfasst die Umrisse der Brandwunde und schon geht es los. Die verbrannte Fläche wird mit Hauttinte bedruckt, Schicht für Schicht. Die Zellen sind fixiert und können wachsen. Es entsteht eine neue Haut. Abstoßung ist nicht zu befürchten, weil es Zellen des Patienten sind.


Mobilität ist einzigartig

Das Gerät haben Forscher des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine (WFIRM) in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina entwickelt. „Einzigartig an dieser Technik ist dessen Mobilität“, sagt Sean Murphy, Assistenzprofessor am WFIRM. Das schont den Patienten, weil es ihm den Transport in einen Operationssaal erspart. Von der Hautdrucktechnik können nicht nur Brandopfer profitieren, sondern auch Menschen mit schlecht oder gar nicht heilenden Geschwüren. Davon sind oft Diabetiker betroffen. Die Behandlung ist langwierig und damit teuer. Der Drucker wird die Kosten drastisch reduzieren. Auch bei Kriegsverletzungen könnte das Gerät eingesetzt werden, sogar in einem mobilen Lazarett. Bis zu 30 Prozent der Opfer litten an Brandwunden, so Murphy.

Tests an lebenden Menschen stehen an

Bisher hat Murphy das Gerät an Leichenteilen getestet, mit Erfolg. Jetzt stehen erste Versuche mit echten Verletzten an, allerdings zunächst nur solche mit kleinen Wunden. Erst wenn diese Versuchsreihe abgeschlossen ist kann das Gerät zugelassen werden.

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