Fettsäuren werden vom menschlichen Körper grundsätzlich dringend benötigt. Bis zu einer gewissen Grenze kann der Körper diese direkt in Energie umwandeln. Bei größeren Mengen werden hingegen Reserven im Gewebe angelegt. Diese wiederum werden recht schnell in Form von Fettpolstern an Bauch und Hüfte sichtbar. Im Grundsatz ist dieser Prozess bereits bekannt und gut erforscht. Allerdings gibt es auch eine Art Mysterium, das jeder schon einmal beobachtet haben dürfte: Manche Menschen schauen eine Tüte Chips nur an und legen schon Fettpolster an, während andere die frittierten Kartoffeln nur so in sich reinstopfen und trotzdem dünn bleiben. Eine Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft hat dafür nun möglicherweise eine Erklärung gefunden: Das Protein EHD2.


Biswarup Ganguly [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], vom Wikimedia Commons

Der Effekt konnte unter dem Elektronenmikroskop beobachtet werden

Nachgewiesen werden konnte das Phänomen zunächst bei Mäusen. Dort schalteten die Forscher das Gen für EHD2 gezielt aus. Anschließend nahmen die fettspeichernden Zellen deutlich mehr Fettsäuren auf als vorher. Daher lag es auf der Hand, dass das Protein bei der Fetteinlagerung eine gewisse Rolle spielt. Die Auswirkungen konnten zudem auch unter dem Elektronenmikroskop beobachtet werden. Konkret sitzt EHD2 nämlich an der Innenseite von Muskel- und Fettzellen. Wenn sich die Zellhülle nun nach innen einstülpt, entstehen kleine Strukturen, die Caveolae genannt werden. Wenn diese sich  absetzen, befördern sie Fettsäuren ins Innere der Zelle. Genau hier kommt nun das fragliche Protein ins Spiel. Denn dieses sorgt dafür, dass sich deutlich seltener Caveolae von der Membran lösen. Oder anders ausgedrückt: Es werden weniger Fettreserven angelegt.

Ab einem Body Mass Index von 25 ist das Protein seltener vorhanden

Besonders interessant wird die Sache nun, weil EHD2 auch beim Fettstoffwechsel des Menschen eine zentrale Rolle einnimmt. Konkret fanden die Forscher heraus, dass übergewichtige Menschen das Protein in geringen Mengen produzieren als der Durchschnittsbürger. Schon ab einem Body Mass Index von 25 ließ sich dieser Effekt in Gewebeproben eindeutig nachweisen. Warum dies allerdings so ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Um diese und weitere Fragen zu klären, ist also noch einiges an Forschungsarbeit möglich. Zumindest scheint man aber einen interessanten Ansatzpunkt gefunden zu haben. Klar ist aber auch: Das Protein stellt nur einen von vielen möglichen Faktoren für Übergewicht dar. Der häufigste Grund dürfte noch immer eine falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sein.


Via: IDW

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