Das Europäische Patentamt in München beschäftigt rund 4.000 Prüfer. Diese müssen regelmäßig schauen, ob eingereichte Erfindungen tatsächlich neu sind und einen Mehrwert gegenüber bereits bestehenden Lösungen mit sich bringen. Weltweit gilt die Arbeit der europäischen Prüfer dabei als vorbildlich. Die Folge: Konzerne aus aller Welt reichen ihre Patentanmeldungen in München ein. So wurden alleine im vergangenen Jahr 181.000 Anträge gestellt und bearbeitet. Schaut man sich diese einmal genauer an, lassen sich daraus bestimmte Trends ablesen. Beispielsweise wird so erkennbar, in welchen Bereichen die Firmen aktuell besonders viel Forschung betreiben. Besonders stark gewachsen sind nämlich im vergangenen Jahr die Antragszahlen im Bereich der Computer-Technik und der digitalen Kommunikation. Letzteres dürfte vor allem durch die neuen Möglichkeiten des 5G-Mobilfunkstandards befördert worden sein.


Bild: Virginia Tech – date center, Christopher Brown, Flickr, CC BY-SA 2.0

Siemens ist das deutsche Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen

Gleichzeitig lässt sich auch erkennen, welche Unternehmen besonders stark in die Forschung investieren. So steht Huawei mit alleine 3.524 Patentanmeldungen an der Spitze des entsprechenden Rankings. Wirklich überraschen dürfte dies nicht. Denn durch den Streit mit der US-Regierung sind dem chinesischen Unternehmen zahlreiche Zulieferer abhandengekommen. Diese sollen nun durch eigene Forschung und Entwicklung ersetzt werden. Mit Samsung und LG folgen zudem zwei weitere asiatische Unternehmen auf den Plätzen zwei und drei. Als bestes deutsches Unternehmen konnte sich Siemens auf dem fünften Platz positionieren. Hier wird deutlich wie stark die Zahl der Patentanmeldungen zugenommen hat. Denn Siemens stand im vergangenen Jahr noch an der Spitze der Liste und hat die Zahl der eigenen Anträge sogar noch gesteigert. Dennoch büßte man einige Plätze ein, weil das Wachstum bei den anderen Unternehmen noch stärker war.

Quantität ist nicht gleich Qualität

Schaut man sich nun an, aus welchen Volkswirtschaften die meisten Patentanmeldungen kamen, gelangt man zu wenig überraschenden Ergebnissen: Die mit Abstand meisten Anträge kamen aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von der Bundesrepublik Deutschland. Die stärksten Zuwächse wiederum konnten China und Südkorea verbuchen. So interessant diese absoluten Zahlen auch sein mögen, müssen sie dennoch mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden. Denn die reine Anzahl der Patente sagt noch nichts über deren Qualität aus. Außerdem lässt sich aktuell noch nicht abschätzen, wie viele der Erfindungen dann später auch tatsächlich in konkreten Produkten Verwendung finden. Somit ist die reine Zahl der Patentanträge zwar ein Indikator für Forschungsstärke. Die Zahlen verraten aber nicht immer die ganze Wahrheit.


Via: Deutschlandfunk

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