Bereits im Februar kam es im Osten Afrikas zur größten Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Verantwortlich dafür waren vor allem zwei Faktoren. Zum einen sorgte der Krieg im Jemen dafür, dass dort eine große Menge der Tiere ungestört heranwachsen konnte. Von dort aus war es für die Heuschrecken dann nicht mehr weit bis nach Somalia, Kenia, Uganda und Äthiopien. Gleichzeitig warnten Experten davor, dass die Folgen des Klimawandels solche Plagen immer wahrscheinlicher machen. Nun scheinen sie schneller Recht zu behalten als gedacht: Denn aktuell wird die Region von einer zweiten Welle an Heuschreckenschwärmen heimgesucht. Erste Schätzungen gehen bereits davon aus, dass die Folgen diesmal sogar noch zwanzigmal schlimmer sein werden als im Februar. Politiker vor Ort warnen daher schon: Ohne internationale Hilfe droht eine Hungersnot.


Bild: Andre Hoek / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/1.0)

Die Heuschrecken fressen riesige Gebiete komplett kahl

Diesmal waren es ergiebige Regenfälle, die Ende März für ideale Voraussetzungen zur Vermehrung der Heuschrecken sorgten. Gleichzeitig trifft die Plage die Länder zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt. So haben die Bauern aktuell so gut wie alle Felder bepflanzt. Die Zeit ist aber noch nicht reif für die Ernte. Die Heuschreckenschwärme interessiert dies aber nicht: Wenn sie in einem Gebiet einfallen, gibt es danach dort quasi keine grünen Stellen mehr. Hinzu kommt: Auch die Länder in der Region versuchen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Deshalb haben sie verschiedene Maßnahmen erlassen – etwa Grenzschließungen und partielle Ausgangssperren. Genau dies wird nun aber zum Problem. Denn die bisher einzige flächendeckend wirksame Methode gegen die Heuschreckenschwärme ist es, diese aus der Luft mit Insektiziden zu besprühen.

Die Wirtschaft leidet bereits unter der Coronakrise

Diese Vorgehensweise wird von Umweltschützern zwar recht kritisch gesehen, weil dadurch auch andere Tiere und Pflanzen geschädigt werden. Eine wirkliche Alternative gibt es vor Ort aber nicht. Aktuell erreicht der Nachschub an Insektiziden aber nicht immer rechtzeitig die betroffenen Gebiete – etwa weil die Lastwagen an den geschlossenen Grenzen hängen bleiben. Die Länder im Osten Afrikas stehen damit aktuell vor einer doppelten Herausforderung. Zum einen leiden die Länder schon jetzt wirtschaftlich unter den Folgen der Coronakrise. Der internationale Währungsfonds warnt sogar vor einer „humanitären Katastrophe“ in vielen Entwicklungsländern. Zum anderen droht nun auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln zum Problem zu werden. Denn Importe aus dem Ausland sind aktuell nur schwer zu bekommen und grundsätzlich sehr teuer. Die Vereinten Nationen sprechen daher von einer „extrem alarmierenden“ Bedrohung.


Via: The Guardian

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