Im Jahr 2022 soll die erste Baustufe der größten PtX-Anlage der Welt in Niedersachsen in Betrieb gehen. Darin wird Strom, der bei starkem Wind und/oder hoher Sonneneinstrahlung im Überfluss produziert wird, in Gas umgewandelt werden, genauer: in Wasserstoff. Der Strom versorgt Elektrolyseure, die Wasser in Sauer- und Wasserstoff aufspalten. Letzterer wird in das deutsche Erdgasnetz eingespeist. Das ist problemlos möglich, wenn der Gehalt an Methan (Erdgas) nicht unter 98 Prozent fällt.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

100 Megawatt sind geplant

Im Endausbau soll die Leistungsaufnahme bei 100 Megawatt liegen. Die bisher größten PTX-Anlagen kommen auf weniger als ein Zehntel. PtX bedeutet Power-to-X, wobei das „X“ durch „G“ ersetzt wird, wenn Gase produziert werden. Power-to-Liquid bedeutet die Herstellung flüssiger Kraft- und Treibstoffe und Power-to-Heat die Erhitzung von Wasser etwa zum Heizen. Die Investitionssumme soll im niedrigen dreistelligen Millionenbereich liegen. Als Standorte kommen die TenneT- Umspannwerke Diele südlich des Jadebusens und Conneforde im niedersächsischen Ammerland in Frage, in denen vor allem Offshore-Windstrom aus der Nordsee gesammelt und weiterverteilt wird.

Außer PtH wollen die Initiatoren des Projekts „Element Eins“, der Stromnetzbetreiber TenneT, der auch in Deutschland tätige niederländische Erdgasverteiler Gasunie und ThyssenGas, ebenfalls Betreiber von Pipelines, alle Möglichkeiten ausschöpfen, den überschüssigen Strom zu nutzen. Dieser fällt mit dem zunehmenden Ausbau vor allem der Offshore-Windparks i immer größeren Mengen an, wenn auch nur zeitweise. Die Gasherstellung ist allemal sinnvoller als ganze Windparks vorübergehend vom Netz zu nehmen, wenn zu viel Strom produziert wird, sage sich die Betreiber.


Biogasanlagen liefern Kohlendioxid

Hauptziel ist die Herstellung von Methan, das fast identisch ist mit Erdgas. Dieses kann in unbeschränkten Mengen ins Netz eingespeist werden. Außer Wasserstoff ist dazu Kohlendioxid nötig, das vor allem von Biogasanlagen geliefert werden soll. Diese trennen das Klimagas oft ab und entlassen es in die Atmosphäre, um möglichst reines Methan zu gewinnen, das ebenfalls ins Netz eingespeist werden kann. Auch die Gewinnung von Kohlendioxid direkt aus der Luft ist möglich. Das junge Schweizer Unternehmen Climeworks betreibt in der Nähe von Zürich bereits eine Anlage, die pro Jahr 900 Tonnen Kohlendioxid gewinnt.

Aus Strom lässt sich auch Benzin herstellen

Die Reaktion von Wasserstoff und Kohlendioxid lässt sich auch so steuern, dass Synthesegas entsteht, ein Mix aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Daraus lassen sich Benzin, Kerosin und Diesel herstellen. Auch das soll getestet werden.

via TenneT

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