Dank der nach wie vor recht niedrigen Darlehenszinsen, ist für viele Paare der Traum vom Eigenheim ein wenig näher gerückt. Dennoch möchten wir an dieser Stelle den Hinweis der Verbraucherzentrale teilen, dass von einer übereilten Immobilienfinanzierung abgeraten wird. In der Regel läuft ein heute abgeschlossener Hauskredit 10-15 Jahre. Im Anschluss muss ein neuer Darlehensvertrag abgeschlossen werden und zwar dann zu den vorherrschenden Konditionen. Eine selbstkritische Einschätzung für leistbare Kredite ist der Schlüssel. Wir haben uns dennoch einmal die aktuellen Hausbautrends angeschaut und wollen aufklären, was es mit dem vermehrt beworbenen „Fertighaus zum Mitbauen“ auf sich hat.


Fertighaus

Fertighaus zum Mitbauen

Ein Fertighaus zum Mitbauen klingt zunächst komisch. Schließlich entscheidet man sich ja gerade für ein Fertighaus, um sich nicht noch weiter kümmern zu müssen und das Traumhaus schlüsselfertig übergeben zu bekommen. Der Trend zur „Muskelhypothek“ nimmt dennoch langsam Fahrt auf. Wer technisches Know-how mitbringt, der kann durchaus auch selbst beim Innenausbau mit anpacken und Geld sparen. Oftmals handelt es sich dabei um Tapezierarbeiten oder Fußbodenverlegen. Welche Leistungen jeweils selbst übernommen werden können, muss individuell mit dem Fertighaus Anbieter des Vertrauens vertraglich ausgehandelt und festgehalten werden. Zu den Eigenleistungen können durchaus auch Elektroinstallationen, Estricharbeiten und der Einbau der Heizungsanlage zählen.

Vor- Und Nachteile beim Fertighaus zum Mitbauen

Der Vorteil liegt förmlich auf der Hand. Wer selbst mit anpackt, der spart Kosten und muss lediglich auf die Manpower der Freunde vertrauen und das Material kaufen. Es gibt jedoch auch einen großen Nachteil. Als Bauherr sollte einem stets bewusst sein, dass für selbst verursachte Schäden und Mängel keine Gewährleistung greift. Es sollte daher gut überlegt werden, was in Selbstleistung realisiert wird.


Fertighausbautrends 2020

Statistisch gesehen ist jedes fünfte neugebaute Ein- bzw. Zweifamilienhaus in Deutschland ein Fertighaus. Zu den Gründen zählen unter anderem ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis sowie der gestiegene Qualitätsstandard und das wachsende Angebot individueller Lösungen.

Nachhaltigkeit mit Naturbaustoffen

Der Nachhaltigkeitsgedanken steht auch in diesem Jahr im Vordergrund. Neben intelligenten Wärmepumpenlösungen für eine energieeffiziente Bewirtschaftung des Eigenheims und einem ausgeklügelten Belüftungssystem, wird vermehrt auf nachhaltige Baustoffe zurückgegriffen. So ist ein Anstieg der Nachfrage nach Holz als Baumaterial spürbar. Weiterhin betont der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF): „dass die Holzbauweisen in die Mitte der Gesellschaft gehören – als nachhaltige Alternative zu metallischen und mineralischen Baumaterialien“. Holzhäuser galten früher als minderwertig und wurden belächelt. Das hat sich mittlerweile geändert. So kann festgehalten werden, dass Holzhäuser zu einem gesunden Raumklima beitragen. Das ist dem geschuldet, dass die Decken und Wände aus Holz Feuchtigkeit aus der Raumluft rausziehen und diese bei Trockenheit wieder abgeben können. Das Haus reguliert sich schließlich von selbst. Schimmel ist gerade bei den immer dichter werdenden Hauswänden zunehmend ein Thema der richtigen Belüftung. Bei Fertighäusern besteht die Möglichkeit Holzfassaden-Elemente zu intergieren. Nach wie vor dominiert hier die Putzfassade. Ein guter Mix macht jedoch schon viel aus.

Zweifamilien und Doppelhäuser

Vor allem in den Randgebieten von Großstädten herrscht großes Bauinteresse. Dort ist Bauland noch einigermaßen bezahlbar und man ist ein stückweit weg vom Stadttrouble. Der Anstieg der Grundstückspreise macht sich allerdings auch in den Gebieten außerhalb des Stadtkerns bemerkbar. Daher geht der Trend auch immer mehr in Richtung Zweifamilien- und Doppelhäusern. Die Baubranche hat darauf bereits reagiert und bietet lukrative Lösungen für die Sharing-Community. So sind auch Einzelgaragen sehr gefragt, deren Stauraum gemeinsam für Auto, Fahrräder, Kinderwagen und Co genutzt werden kann.

Durchdachte Lichtkonzepte sind gefragt

Die Integration eines individuellen Lichtkonzepts ist ein weiterer Fertighausbautrend in diesem Jahr. Schließlich möchten es die Häuslebauer von heute hell und freundlich haben. Tageszeitenagepasst und der Stimmung entsprechend, nehmen hier große Lichteinfallfenster sowie intelligent agierende SmartHome-Technik eine Schlüsselfunktion ein. Die SmartHome-Technik greift auch vermehrt beim Thema lüften und dem richtigen Heizen unter die Arme. Eine Steigerung der Energieeffizienz und des Wohnkomforts sind vielversprechend. Allerdings muss nach wie vor noch an den Sicherheitsstandards der SmartHome-Technik geschraubt werden. Viele Nutzer haben noch immer Bedenken im Hinblick auf Schadsoftware und Sabotage durch externe Angreifer.

Integrierte Paket- und Ladeboxen

Nichts ist nerviger als nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause zu kommen und im Briefkasten eine Benachrichtigung über ein in der Nähe abgegebenes Paket. Um alles aus einer Hand zu bekommen, gehen Fertighausanbieter vermehrt auch Kooperationen mit verschiedenen Dienstleistern ein. So besteht beispielsweise die Möglichkeit einer intergierten Paketbox, so dass die Päckchen in Zukunft auch immer ankommen. Weiterhin wird sich für die zunehmende Elektrifizierung der Autos gewappnet. Eine in der heimischen Garage verbaute Wallbox ist ein weiterer Ansatz für gelungene Kooperationen, von denen der Hausbauer in Zukunft profitieren kann. Der Vorteil hier ist, dass alles von einem Anbieter stammt und von Profis aufeinander abgestimmt wird. Auch bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück unterstützen immer mehr Fertighausanbieter.

Faltbare Trennwände

Offene Wohnräume, die einen Hauch vom Loft-Feeling transportieren liegen ungebrochen im Trend. Allerdings ist der Wunsch zunehmend größer, die großen Räume bei Bedarf auch verkleinern zu können. Das kann recht einfach mit Trennwänden oder Schiebtüren realisiert werden. Diese können sehr nützlich sein, um beispielsweise bedarfsgerechte Privatsphäre zu schaffen, Lärm zu reduzieren oder Gerüche zu vermeiden. Ganz praktisch ist das Ganze dann auch noch, wenn entsprechende Nischen eingeplant werden, in denen die Türen oder Wände verschwinden können.

Weniger Keller, mehr Formsprache

Während immer größer werdende Häuser gefragt sind, wird zunehmend auf einen Keller verzichtet. Stattdessen geht der Trend hin zu einer klaren architektonischen Formsprache, angelehnt an den Stil der Bauhausarchitekten aus den 1920er und 1930er Jahren. Dazu zählen quaderförmige oder kubische Flachdachhäuser mit großen Fenstern und einem ebenfalls großzügigen Vorsprung.

Fazit

Das sich bislang hartnäckig gehaltene Vorurteil, dass Fertighäuser Häuser zweiter Klasse seien ist unserer Meinung nach überholt. Schon längst erfüllen Fertighäuser die hohen Energiestandards und auch den Wunsch nach Flexibilität, Mitbestimmung und Familienfreundlichkeit.

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