Schon seit vielen Jahren ist es der Wunsch der Politik, dass mehr Güter mit der Bahn transportiert werden. Bisher allerdings wurden diese Pläne von den meisten Unternehmen schlicht ignoriert. Stattdessen spiegelt sich der Anstieg des Warenverkehrs vor allem auf der Straße wider. Aus Sicht der Umwelt, des Klimas und der meisten Autofahrer ist dies eine schlechte Nachricht. Es gibt aber auch Menschen, die über diese Entwicklung wahrscheinlich gar nicht so traurig sind. Denn die Anwohner von viel befahrenen Güterverkehrstrassen haben teilweise unter einer massiven Lärmbelastung zu leiden. So führt die Strecke im Mittelrheintal zwar zum einen malerisch entlang des Flusses – zum anderen aber eben auch direkt durch Ortschaften. Überall in Deutschland haben sich daher Bürgerinitiativen gebildet. Diese fordern in der Regel keinen Stopp des Zugverkehrs, drängen aber auf entschiedene Lärmschutzmaßnahmen.


Foto: LVT771 at de.wikipedia (Own work) [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Rund die Hälfte der Streckenanwohner profitieren von den Maßnahmen

Bei der Deutschen Bahn ist die Problematik durchaus bekannt. Schon im Jahr 1999 wurde daher ein erstes Lärmsanierungsprogramm aufgelegt. In der Folge konnten bisher immerhin 2.000 Kilometer Strecke entsprechend umgerüstet werden. Nun wurde die Fortsetzung des Programms beschlossen: In den nächsten zehn Jahren sollen jährlich 125 Kilometer dazukommen. Berechnungen der Bahn zufolge würden dadurch insgesamt 800.000 Einwohner von einer Lärmreduzierung profitieren. Wie stark diese allerdings tatsächlich ausfällt, wird sich erst noch zeigen müssen. So werden oftmals Schienenstegdämpfer verbaut, die Schwingungen und damit Lärm vermeiden sollen. Messungen der Initiative „Pro Rheintal“ ergaben allerdings, dass sich der Lärm lediglich um zwei Dezibel verringert. Den Unterschied dürften die meisten Anwohner nicht einmal bemerken. Die Bahn setzt daher parallel zu den Streckenumrüstungen auch noch auf zahlreiche weitere Maßnahmen.

Die Bahn will „zügig planen und bauen“

So wurden auch die Züge entsprechend umgerüstet und beispielsweise mit Flüsterbremsen ausgestattet. Dieses Projekt ist inzwischen abgeschlossen. Den Angaben des Staatskonzerns zufolge sind alle 63000 Güterwagen nun deutlich leiser unterwegs als in der Vergangenheit. Außerdem wurde ein lärmabhängiges Trassenpreissystem installiert. Im Idealfall sorgt dies dafür, dass Fahrten mit einer geringeren Belastung für die Anwohner günstiger sind. Trotz all dieser Maßnahmen wird aber auch weiterhin Lärm entstehen. Parallel investiert die Bahn daher auch in passive Lärmschutzmaßnahmen – also etwa Schallschutzwände. Hierfür wurden alleine in diesem Jahr 145 Millionen Euro ausgegeben. Die Initiative „Pro Rheintal“ stellt dem Unternehmen dennoch ein schlechtes Zeugnis aus: Lärmschutz werde dort noch immer nicht richtig ernst genommen. Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sieht dies anders und verspricht: „Wir werden zügig planen und bauen.“


Via: Die Bahn

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