Klimaneutrales Bauen liegt nicht nur im Trend, sondern lohnt sich auch noch. Das bewies jüngst erst wieder Familie Trinius aus Hamburg, die mit ihrem neuen Energiesparhaus mit dem internationalen Active-House-Award ausgezeichnet wurden. Das Haus produziert in der Jahresbilanz 2,5 mal mehr Energie, als benötigt wird. Somit kann überschüssige Energie in das eigene Elektroauto oder in ein intelligentes Netz eingespeist werden und Abnehmer finden, die gerade einen kleinen Engpass haben. Der Traum vom eigenen Haus rückte für viele Häuslebauer in der letzten Zeit ziemlich nah, schließlich sind die Zinsen bei der Immobilienfinanzierung stark gesunken.


Bauzins ist aktuell im Keller

Wer heute ein Haus plant, der schaut vermehrt auf die Klimabilanz und erkundigt sich über neue Technologien und Verfahren im Hinblick auf die Autarkie. Ist es nicht verlockend, sich losgelöst von Netzbetreibern selbst mit Strom zu versorgen? Wenn der Strom dann auch noch off-the-grid, also direkt vor Ort grün erzeugt wird, wäre das Ganze auch noch ziemlich rund. Bevor jedoch an die Kostenersparnis und den ökologischen Fußabdruck gedacht werden kann, muss ein Hausbau gut durchkalkuliert werden. Hier kommen aktuell die niedrigen Zinsen für eine Immobilienfinanzierung recht gelegen. In den letzten zehn Jahren sind die Zinsen im Schnitt um bis zu 45 Prozent gefallen. Zu beachten gilt dabei allerdings auch der Anstieg der Immobilienpreise. Dennoch ist es überraschend, wie viel man sich am Ende doch „leisten“ kann, wenn man das Bauvorhaben einmal in Ruhe durchrechnet. Die Umsetzung von energieeffizienten und nachhaltigen Ansprüchen, ist dank moderner Technologien, die immer erschwinglicher werden, möglich. Die Active House Alliance ist in Belgien ansässig und setzt sich aus einer internationalen Jury zusammen. Jüngst zeichnete diese das Haus der Hamburger Familie aus.


Plusenergiehaus für 3.000 Euro pro Quadratmeter

Ab 2020 verlangt eine neue EU-Direktive, dass alle Neubauten sogenannte „nahe Nullgebäude“ sein müssen. Eine klare Definition, wann ein Haus als nahe Nullgebäude qualifiziert wird, gibt es noch nicht. Ein Haus, das klimaneutral gebaut werden soll und sich selbst mit Strom versorgt, muss doch echt teuer sein oder? Das fragen sich sicher viele an dieser Stelle. „Ohne Grundstück und Planungskosten, aber inklusive des Energiesystems lagen die Baukosten bei 3.120 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Bauherr Wolfram Trinius allerdings in einem Interview mit der WAZ.

Zu den Eckpunkten des Plusenergiehaus zählen etwa die beste Tageslichtausrichtung der Räume und gut gedämmte Außenbauteile. Emissions- und schadstoffarme Baustoffe sind ebenfalls berücksichtigt worden. Und dann ist auch noch die Stromgewinnung aus Fotovoltaik und Geothermie zu nennen. Experten zufolge kann diese Bauweise auch auf andere Bauvorhaben übertragen werden.

Der Trend zum Landhaus

Und obwohl die Städte immer mehr wachsen und neue Mobilitätskonzepte her müssen, festigt sich auch wieder der Trend zum Landhaus. Um von einer angenehmen Wohn- und Gemeinschaftsatmosphäre zu profitieren, zieht es auch viele Häuslebauer und insbesondere Familien mit mehreren Kindern wieder auf das Land. Parallel dazu neigen auch Singlehaushalte dazu sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Diese forcieren dann jedoch eher die Klasse „Tiny House“. Hierzu haben wir in der Vergangenheit schon interessante Konzepte wie etwa der Tiny Tower oder das kleine Haus auf Rollen, das Tchibo im Angebot hat, vorgestellt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine aktuelle wissenschaftliche Studie, die untersucht hat, wie sich das Verhalten ändert, wenn man 12 Monate in einem Tiny House wohnt. So richtete sich der Lebensstil der Bewohner umweltbewusster aus. Zudem sank der ökologische Fußabdruck um 45 Prozent. Das ist schon beachtlich!

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