Die deutschen Treibhausgas-Emissionen sind im Jahr 2020 so sehr zurückgegangen wie seit 1990 nicht mehr. Dies führte dazu, dass Deutschland 2020 sein Klimaziel erreicht hat. Allerdings konnte dieser Erfolg wohl nur dank der Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie erreicht werden.


Foto: By N p holmes (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Coronakrise hilft beim Erreichen der Klimaziele

Insgesamt wurden in Deutschland 2020 etwa 739 Millionen Tonnen Treibhausgas in die Atmosphäre abgegeben. Das sind etwa 70 Millionen Tonnen oder 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr, wie sich aus den Emissionsdaten des Umweltbundesamtes ergeben. Diese wurden erstmals nach den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes vorgelegt.

Natürlich machen sich in diesem besonderen Jahr auch Pandemie-Effekte bemerkbar, besonders im Verkehrssektor. Aber mir ist wichtig, dass sich auch strukturelle Veränderungen zeigen beim Umbau unserer Volkswirtschaft in Richtung Klimaneutralität“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.


Laut dem Bundesumweltministerium habe es bei der Emissionsminderung im Grunde in allen Bereichen erhebliche Fortschritte gegeben. Allerdings seien auch etwa ein Drittel dieser Minderungen auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. Davon betroffen sei vor allem der Energie- und Verkehrssektor. Ohne die Einschränkungen, die im Rahmen des Corona-Lockdowns bei Produktion und Mobilität verhängt wurden, hätte Deutschland das Klimaziel für 2020 wahrscheinlich verfehlt.

Energie: Weniger Verbrauch und mehr erneuerbare Energien

Den größten Emissionsrückgang konnte der Sektor Energiewirtschaft für sich verbuchen. Hier wurden 38 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang von 14,5 Prozent. Den größten Anteil daran hat mit 23 Millionen Tonnen weniger CO2 die Verstromung von Braunkohle. Bei der Steinkohle-Verstromung sind es 13 Millionen Tonnen CO2.

Mitverantwortlich dafür ist die Reform des europäischen Emissionshandels, die zu höheren CO2-Preisen geführt habe. Trotz Wirtschaftskrise läge der Preis für eine Tonne CO2 mit etwa 25 Euro vergleichsweise hoch, was dazu geführt habe, dass der Betrieb von Kohlekraftwerken 2020 im Vergleich zu Gaskraftwerken häufig deutlich teurer gewesen sei.

Auch der Anstieg des Anteils von erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf 45 Prozent trug zu den Einsparungen bei. Hinzu kommt, dass der Bruttostromverbrauch 2020 im Zuge des Lockdowns um 4 Prozent zurückging.

Industrie und Verkehr gehen zurück

Im Verkehrssektor betrugen die CO2-Einsparungen im Vergleich zum Vorjahr 19 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 11,4 Prozent entspricht. Insgesamt wurden in dem Sektor 146 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Vor allem während des ersten Lockdowns sei die private PKW-Nutzung deutlich zurückgegangen, was die niedrigen Absatzzahlen von Kraftstoff belegen. Die niedrigen CO2-Emissionen neuer PKW sowie der Anstieg der Neuzulassungen von Elektroautos führte zu einem Rückgang um zwei Millionen TOnnen CO2.

Die Industrie konnte knapp 9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen, was einem Minus von 4,6 Prozent entspricht. Verantwortlich seien hierfür vor allem Konjunktureffekte im Zuge der Corona-Krise. Allein die Rohstahlerzeugung ging um knapp 10 Prozent zurück. Und auch das produzierende Gewerbe verzeichnete leichte Emissionsrückgänge.

Im Januar 2022 sollen die vollständigen und detaillierten Inventardaten zu den Treibhausgasemissionen für das Jahr 2020 durch das Umweltbundesamt im Zuge der Übermittlung an die Europäische Kommission veröffentlicht werden.

via BMU

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