Die konzentrierte Solarenergie ist grundsätzlich kein ganz neues Konzept. Dabei werden die Sonnenstrahlen mithilfe von Spiegeln auf einen bestimmten Punkt gelenkt, sodass dort extrem hohe Temperaturen entstehen. Bisher wurden auf diese Weise aber lediglich Werte von maximal 565 Grad Celsius erreicht. Für die Schwerindustrie ist dies allerdings nicht heiß genug. Das US-Startup Heliogen könnte dafür nun eine Lösung gefunden haben. Der Clou: Die Spiegel werden mithilfe von künstlicher Intelligenz ausgerichtet. Im Laufe der Zeit lernt die Software bei diesem Verfahren, bei welcher Ausrichtung die höchsten Temperaturen erreicht werden. Bisher konnte das Startup auf diese Weise schon Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius erzielen. Zukünftig sollen sogar 1.500 Grad Celsius möglich sein.


Bild: Heliogen

Synthetische Kraftstoffe bieten weiteres Potential

Von Bedeutung ist dies vor allem für die Schwerindustrie – etwa die Produktion von Zement, Stahl und ähnlichen Materialien. Bisher müssen dort fossile Energieträger genutzt werden, weil nur diese die nötigen Temperaturen garantieren können. Laut Aussage von Bill Gates sind diese industriellen Prozesse deshalb für rund ein Fünftel der weltweiten Emissionen verantwortlich. Umgekehrt bedeutet dies aber auch: Das neue Verfahren besitzt das Potential enorme Mengen an fossilen Energieträgern einzusparen. Konkret besteht die Anlage von Heliogen im Norden von Los Angeles aus einem Turm mit siebzig Spiegeln und bedeckt eine Fläche von knapp dreißig Hektar. Sollten dort zukünftig tatsächlich Temperaturen von 1.500 Grad Celsius erreicht werden, ließe sich dadurch Synthesegas herstellen – was wiederum den Grundstoff für klimaneutrale Treibstoffe darstellt.

Die ersten Kunden sollen zeitnah bekannt gegeben werden

Speziell entwickelte Speichersysteme sollen zudem dafür sorgen, dass die Solarenergie auch an regnerischen Tagen genutzt werden kann. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass die Industrieunternehmen nicht unerhebliche Investitionen tätigen müssen, um die neue Technologie zu nutzen. Hier müssen die Vertreter des Startups noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Den Angaben des Unternehmens zufolge gibt es allerdings bereits erste vielversprechende Gespräche in diese Richtung. Die ersten Kunden sollen demnach zeitnah verkündet werden. Ein prominenter Geldgeber wie Bill Gates dürfte bei der Akquise zumindest nicht geschadet haben. In Sachen Energieversorgung setzt der Microsoft-Gründer allerdings nicht nur auf die Solarenergie, sondern befürwortet auch den Ausbau der Atomkraft.


Via: CNN

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