In den letzten Jahren gab es einige Wettbewerbe zwischen Mensch und Maschine und in der Regel hatte dabei die künstliche Intelligenz die Nase vorne. So gewann ein von Google entwickelter Algorithmus gegen den Weltmeister im asiatischen Brettspiel Go. Wissenschaftler der Carnegie Mellon University entwickelten zudem eine Software, die gegen vier der weltbesten Pokerspieler gewann. In Korea fand nun ein ähnlicher Wettkampf statt, bei dem vier professionelle Übersetzer gegen Programme von Google, Naver und Systran antraten. Dabei mussten sowohl englische Texte ins Koreanische als auch koreanische Schriften ins Englische übersetzt werden. Ausgewertet wurden die Ergebnisse dann von anderen professionellen Übersetzern – allerdings ohne zu wissen, welche Übersetzung von welchem Teilnehmer stammt.


Die Programme nehmen Sätze inzwischen als komplette Einheit wahr

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Die menschlichen Teilnehmer kamen auf ein Ergebnis von 25 von 30 möglichen Punkten. Die Computerprogramme erzielten hingegen Werte zwischen 10 und 15 Punkten. Das große Problem der Übersetzungsprogramme bestand dabei darin, dass sie oftmals den Kontext nicht richtig verstanden und daher falsche Übersetzungen produzierten. Dies ist in den letzten Jahren allerdings schon besser geworden. Denn ursprünglich übersetzten Softwareprogramme noch jedes Wort einzeln, was oft zu insgesamt kuriosen Sätzen führte. Inzwischen wird aber eine Technologie namens „Neural Machine Translation (NMT)“ angewandt. Dabei wird zumindest ein Satz jeweils als gesamte Einheit betrachtet, was zu deutlich besseren Ergebnissen führt. An die Leistungen menschlicher Übersetzer reicht dies aber noch nicht heran.


Die Entwickler versprechen in den nächsten Jahren große Fortschritte

Experten gehen allerdings davon aus, dass sich die Leistungen der Computerprogramme in den nächsten Jahren massiv verbessern werden. Systran-Chef Kim Yoo-Seok zufolge befindet sich das System aktuell in etwa auf dem Niveau eines Grundschülers – soll aber in den nächsten beiden Jahren so gut werden wie ein Collegeabsolvent. Wettbewerbsveranstalter Kang Dae-Young sieht da aber noch einen weiten Weg auf die forschenden Unternehmen zukommen. Er bezeichnete die Grammatik in den Übersetzungen der Programme als „awkward“ – was sich im deutschen als unbeholfen oder auch peinlich übersetzen lässt.

Via: Yonhap News

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