Ein Kraftwerk, das gleichzeitig die Energie von Wellen, Wind und Sonne in elektrischen Strom umwandelt, entwickelt das Unternehmen Sinn Power aus Gauting in Bayern. Im August soll vor der Küste von Heraklion, der Hafen- und Hauptstadt der griechischen Insel Kreta, ein Wellenkraftwerk mit Wind- und Solargeneratoren verankert werden. Zunächst ist es nur eine Plattform, die mit Schiffsankern am Abdriften gehindert wird. Bestückt wird sie zunächst mit Solarmodulen. Es folgen Windgeneratoren und zuletzt werden die Generatoren installiert, die die Wellenenergie nutzen. Ziel ist es, weltweit derartige Hybridkraftwerke zu installieren, die die Menschen an Land, die keinen Zugang zu Stromnetzen haben, zuverlässig mit Strom zu versorgen.


Ozean
Symbolbild
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Das erste Kraftwerk klebt an der Hafenmole

Sinn Power entwickelt seit 2015 Wellenkraftwerke. An der Hafenmole in Heraklion befestigt läuft ein erstes kleines Wellenkraftwerk, das aus vier Modulen und einem Windgenerator besteht. Die Module können zu weit größeren Kraftwerken zusammengefügt werden. Sie tanzen auf Schwimmkörpern, die von Meereswellen emporgehoben werden. Auf Grund der Schwerkraft werden die installierten Generatoren angetrieben. Das Gleiche geschieht, wenn die Plattform ins Wellental sinkt. Sinn hat integrierte Module entwickelt, die neben dem Generator die Leistungselektronik und Energiespeicher beherbergen.

Die Plattform wird nicht direkt per Kette und Anker fixiert, denn dann könnte sie sich nicht mehr mit den Wellen bewegen. Zwischengeschaltet sind Bojen, die als Puffer wirken. Sie geben der Plattform Bewegungsfreiheit. Trotzdem kann sie nicht ausbüxen. Sie trotzt nach Angaben des Unternehmens Wellen bis zu einer Höhe von sechs Metern.


Kraftwerk lässt sich an jeden Standort anpassen

„Wir denken in allen Bereichen modular – vom Inselresort auf den Malediven bis zur Ergänzung von Offshore Windparks weltweit“, sat Philipp Sinn, Gründer und Chef des Unternehmens. „Wir können eine Kombination aus Wellen, Kleinwind und Photovoltaik individuell gemäß den klimatischen Bedingungen jedes beliebigen Standorts anpassen und das zu wettbewerbsfähigen Preisen.”

Geplant ist eine breite Staffelung der Leistungen. Generatoren zwischen fünf und 20 Kilowatt sollen eingesetzt werden, je nach Standortbedingungen. Bei den Speichern liegt die Spannweite bei 2,4 bis 20 Kilowattstunden.

via Sinn Power

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