Die politische Vorgabe ist eindeutig: Wasserstoff soll zum Energieträger der Zukunft werden. Der Umbau zu einer Wasserstoff-Wirtschaft basiert dabei auf mehreren Säulen. So kann das Gas genutzt werden, um Erneuerbare Energien zu speichern. Gleichzeitig wird es aber auch bei vielen industriellen Prozessen benötigt, um fossile Energieträger zu ersetzen. Ein Problem gibt es allerdings noch: Die Lagerung von Wasserstoff ist gar nicht so einfach. Denn die Atome des Rohstoffs sind so klein, dass sie durch die meisten Materialien einfach hindurchgleiten. Stahl wiederum wird spröde, wenn er zu lange mit Wasserstoff in Kontakt kommt. Um größere Mengen davon länger zu speichern, ist daher der Blick ins Erdreich nötig. Dort könnten Salzkavernen als Lagerstätte genutzt werden.


wasserstoff H2

Auch Erdgas wird bereits in Salzkavernen gelagert

Genau dies will der Energiekonzern EWE nun in Brandenburg erproben. Dort wurde rund 1.000 Meter unter der Erdoberfläche ein Salzstock entdeckt. Wird dieser nun mit Wasser ausgespült, entsteht eine rund 500 Kubikmeter große Salzkaverne. In diese kann dann gezielt Wasserstoff geleitet werden. Die dafür nötigen Bauarbeiten sollen bereits im nächsten Jahr beginnen. Die eigentlichen Tests sind dann für das Frühjahr 2022 geplant. Ganz neu ist der Ansatz allerdings nicht. Denn ähnliche Lagerstätten werden auch schon als Erdgasspeicher genutzt. Oftmals wird daher darüber diskutiert, im Zuge der Energiewende Erdgasspeicher zu schließen und dort stattdessen Wasserstoff zu lagern. Dabei besteht allerdings die Gefahr einer Verunreinigung. Wasserstoff muss aber in reiner Form vorliegen, um sinnvoll genutzt werden zu können.


Die Bundesregierung übernimmt den Großteil der Kosten

Ein zentraler Punkt des nun von EWE gestarteten Experiments ist es daher auch, herauszufinden, ob es auch bei komplett neu geschaffenen Salzkavernen zu Verunreinigungen kommen kann. Erst wenn dies weitgehend ausgeschlossen werden kann, ist der gelagerte Wasserstoff bereit für den Einsatz im Mobilitätssektor. Die Ergebnisse des Experiments werden anschließend der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Denn EWE selbst übernimmt nur rund vierzig Prozent der Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Der Rest kommt vom Bundesverkehrsministerium. Neben dem Energiekonzern ist zudem auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an dem Projekt beteiligt. Der Aufbau der nötigen Infrastruktur für die Umstellung auf eine Wasserstoff-Wirtschaft dürfte in den nächsten Jahren zu einem der zentralen politischen Projekte in Deutschland werden. Die Stadt Hamburg hat bereits mit dem Bau eines Leitungsnetzes begonnen.

Via: EWE

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