Lachgas spielt in der Klimadiskussion kaum eine Rolle, obwohl seine Moleküle die Erde 300 mal stärker aufheizen als die gleiche Anzahl an Kohlendioxid-Molekülen. Internationale Wissenschaftler unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel haben jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Nature“ eine umfassende Bewertung aller Quellen und Senken von Lachgas veröffentlicht. Ihr Ergebnis: Vor allem intensive Landwirtschaft mit Stickstoffdünger lässt den Lachgas-Anteil in der Atmosphäre steigen.


Hinrich [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Lachgas mit sieben Prozent an Erwärmung beteiligt

Der Anteil an Lachgas, korrekt Distickstoffmonoxid, in der Atmosphäre trägt zu sieben Prozent an der Klimaveränderung bei. Die Studie, an der 57 Forscher aus 14 Ländern und 48 Forschungseinrichtungen beteiligt waren, entstand unter der Leitung der Auburn University im US-Bundesstaat Alabama. Danach ist die Konzentration an Lachgas in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung um 20 Prozent gestiegen. Auf Grund von menschlichen Aktivitäten hat sich der Anstieg in den letzten Jahren noch beschleunigt.

Biomasseverbrennng ist klimaunfreundlich

Die größten Emissionen gehen von Landwirtschaft und Abwasser aus. Auch die Verbrennung von Biomasse, die eigentlich als Beitrag zur Rettung des Klimas gilt, verursacht Lachgas-Emissionen. Kraftwerke und Industrie gehören ebenfalls zu den größten Emittenten. Einen großen -anteil haben auch natürliche Quellen, fanden die Forscher heraus. „Für diese neue Studie haben wir ein neuartiges, globales Erdsystemmodell verwendet“, erklärt Angela Landolfi vom GEOMAR, Co-Autorin der Studie.


Bild: GEOMAR

Das internationale Team fand heraus, dass die größten Beiträge zu den globalen Lachgasemissionen aus Ostasien, Südasien, Afrika und Südamerika stammen. Ganz anders Europa. „Europa ist die einzige Region in der Welt, die in den letzten zwei Jahrzehnten die Lachgasemissionen erfolgreich reduziert hat“, so Wilfried Winiwarter vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Österreich. In China, Indien und den USA ist der verstärkte Einsatz von Stickstoffdünger die Hauptursache für die Lachgas-Emissionen. In Afrika und Südamerika stammt der größte Anteil aus Viehdung, den die Landwirte auf ihren Feldern verteilen.

Klimaschutzabkommen in Gefahr

„Diese Studie ist ein weiterer Beleg dafür, das steigende Emissionen von Nicht-CO2-Klimagasen das Erreichen der Ziele des Klimaschutz-Abkommens von Paris deutlich erschweren werden“, heißt es bei GEOMAR.

via GEOMAR

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