Auch wenn die Heizölpreise in jüngster Zeit gesunken sind: Pellet-Heizkessel und solche, die mit Scheiten gefüttert werden, sind dennoch weiterhin beliebt. Neue Anlagen müssen mit Partikelfiltern ausgerüstet sein, um das Problem Feinstaub in vielen Städten in den Griff zu bekommen. Ältere Öfen müssen nachgerüstet werden. Wenn das nicht geht, weil der Zug im Kamin nicht ausreicht, werden sie vom Schornsteinfeger stillgelegt.


CC Abscheider
Der CCA-Abscheider (hellgrün) entfernt effektiv Feinstaub aus dem Rauchgas von holzbefeuerten Kesselanlagen. (Bild: KIT/P. Langer)

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie haben jetzt einen Partikelfilter vorgestellt, der den Rauchabzug fast gar nicht beeinträchtigt, also ideal ist fürs Nachrüsten. Carola Clean Air (CCA) heißt der Filter, der auch in neue Kessel eingebaut werden kann. Geeignet ist er für Anlagen mit einer Leistung zwischen 25 und 1000 Kilowatt. CCA hält 90 Prozent des Feinstaubs und Rußes zurück. Beide stehen im Verdacht, Krebs auszulösen, weil sie tief in die Lunge eindringen.

Elektrisch geladene Teilchen werden eingefangen

CCA besteht aus einer Ionisations- und einer Kollektorkammer, die zwischen Schornstein und Kessel eingefügt oder gleich in den Kessel integriert wird. In der ersten Kammer werden die Partikel durch eine so genannte Corona-Entladung elektrisch aufgeladen. In der zweiten Kammer befindet sich eine wendelförmige Bürste, die die Teilchen anzieht. Der gleiche Effekt tritt ein, wenn man einen Luftballon reibt. Er lädt sich statisch auf und zieht Haare und Staub an, lässt sich sogar an Wänden befestigen, als sei er angeklebt. Die Bürste rotiert und berührt dabei eine Abstreifkante, die die Partikel in einen Auffangbehälter fegt. „Alle paar Monate den Behälter zu leeren, ist die einzige Wartungsarbeit für den Nutzer“, Hanns-Rudolf Paur, sagt einer der Erfinder.


Den Partikelfilter gibt es ab 3000 Euro

Das KIT hat zur Vermarktung des Partikelfilters das Unternehmen Carola Clean Air gegründet. Das System sei nahezu wartungsfrei und es verbrauche im Betrieb weniger Energie als eine Glühbirne, so Hans P. Rheinheimer, Geschäftsführer des Unternehmens. Anders als bei Schwebstofffiltern gebe es keine Verschleißteile und der Abluftzug im Kamin werde kaum reduziert. Die Abscheiderate reicht, um die Grenzwerte der zweiten Stufe der Bundesimmissionsschutzverordnung einzuhalten, die in diesem Jahr in Kraft trat. CCA hat den Abscheider gemeinsam mit dem Kesselhersteller HDG Bavaria aus Massing nahe Landshut erfolgreich getestet. Je nach Größe kostet CCA 3000 bis 7000 Euro.

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