Googles Mutterkonzern Alphabet ist bekannt dafür, Projekte auch über längere Zeiträume zu verfolgen, selbst wenn sie noch nicht kommerziell genutzt werden können. So wird unter dem Namen Project Loon schon seit dem Jahr 2011 daran gearbeitet, die Internet-Verfügbarkeit mithilfe von entsprechenden Sendestationen in der Luft zu erhöhen. Die Ballons sind dabei mit der benötigten Hardware ausgestattet, beziehen ihre Stromversorgung über Solarmodule und schweben in einer Höhe von rund 29 Kilometern. Einen eigenen Antrieb besitzen sie allerdings nicht. Stattdessen wird die Tatsache ausgenutzt, dass in unterschiedlichen Höhen die Winde auch aus verschiedenen Richtungen kommen. Eine integrierte Pumpe senkt oder erhöht dabei den Luftgehalt im Ballon und lässt diesen so absinken oder aufsteigen. Die exakten Befehle kommen jeweils von einer lernfähigen Software, die aktuelle Wetterdaten auswertet.


Foto: Loon

Alphabet kooperiert mit einem lokalen Anbieter

Diese kann die Ballons selbst über sehr große Distanzen ans Ziel bringen. So findet der Start entweder im US-Bundesstaat Nevada oder auf Puerto Rico statt. Von dort aus können die Ballons dann jeden Punkt auf der Erde erreichen. Im Jahr 2017 etwa flogen sie bis nach Peru und versorgten dort die Bewohner eines Überschwemmungsgebiets mit Internet. In diesem Jahr machten sie sich sogar auf eine noch weitere Reise. Denn Alphabet hat mit dem Telekommunikationsanbieter Telkom Kenia eine Kooperation beschlossen. Die Ballons sollen in dem ostafrikanischen Land genutzt werden, um abgelegene Regionen mit Internet zu versorgen. Ein Ballon soll eine Fläche mit einem Durchmesser von rund vierzig Kilometern versorgen können. Die einzelnen Stationen sind zudem so aufeinander abgestimmt, dass sie sich in der Luft nicht in die Quere kommen und dennoch gleichzeitig eine möglichst dauerhafte Verfügbarkeit sicherstellen können.

Facebook musste ein ähnliches Projekt einstellen

Anders als in Peru handelt es sich hier nicht um Hilfe im Katastrophenfall, sondern um eine reguläre und dauerhafte Nutzung. Es ist die erste kommerzielle Umsetzung des Project Loon überhaupt. Erweist sich der Ansatz als vielversprechend, dürfte er dann auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Allerdings dürfte es Alphabet nicht darum gehen, mit den Ballons selbst viel Geld zu verdienen. Stattdessen ist das Ziel, noch mehr Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, die vielen Internetangebote des Konzerns zu nutzen. Auch andere Internetfirmen haben daher schon ähnliche Projekte verfolgt. Facebook beispielsweise wollte das Signal über autonome Drohnen verbreiten – hat die Arbeiten daran aber inzwischen eingestellt. Elon Musk wiederum geht noch einen Schritt weiter: Er baut aktuell ein Netz an Satelliten im Weltraum auf, das später einmal ebenfalls für Internet in jedem Winkel der Erde sorgen soll.


Via: Medium

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