Das Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri gibt seit dem Jahr 1988 jährlich einen Bericht über die militärischen Ausgaben weltweit heraus. Während die entsprechenden Summen nach dem Ende des Kalten Kriegs zunächst sanken, sind inzwischen wieder regelmäßige Anstiege zu verzeichnen. So stiegen die Gesamtausgaben im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge. Mit 1,917 Billionen Dollar wurde – zumindest in absoluten Zahlen – ein neuer Rekordwert erreicht. Dies entspricht rund 2,2 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Umgerechnet auf jeden einzelnen Bürger flossen somit rund 249 Dollar pro Kopf in die militärische Aus- und Aufrüstung. Allerdings sind die Summen recht ungleich über den Globus verteilt. So stammen 75 Prozent der weltweiten Militärausgaben von den zehn Ländern an der Spitze der Ausgabenliste.


Bild: Gemeinfrei

Indien und China ringen um Einfluss in Asien

Die Vereinigten Staaten wiederum gaben mit 732 Milliarden Dollar mehr Geld aus als die folgenden neun Staaten zusammen. Dieser gewaltige Abstand ist grundsätzlich nicht neu. Unter Präsident Donald Trump hat er sich aber noch einmal vergrößert. Denn die Vereinigten Staaten haben teure Modernisierungsprogramme in die Wege geleitet. Nicht zuletzt deshalb stiegen die Militärausgaben im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit Indien und China erstmals zwei asiatische Staaten. Beide Länder ringen um Einfluss in Asien und Ozeanien und versuchen diese Ansprüche offensichtlich auch militärisch zu untermauern. Bei Indien kommt zudem die Besonderheit hinzu, dass sich der Staat in einem lang anhaltenden Konflikt mit Pakistan befindet. Dieser wiederum ist besonder kompliziert, weil beide Mächte inzwischen im Besitz von Atomwaffen sind.

Deutschland verzeichnet einen starken prozentualen Zuwachs

Schaut man rein auf den prozentualen Zuwachs liegt allerdings ein anderes Land überraschend weit vorne: Deutschland steigerte seine Ausgaben um rund zehn Prozent auf jetzt 49,3 Milliarden Dollar. Damit dürfte US-Präsident Trump allerdings noch nicht wirklich zufrieden sein. Er dringt schon seit längerem darauf, dass Deutschland sein Versprechen einlöst und die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Im vergangenen Jahr kamen die Experten von Sipri hingegen nur auf einen Wert von 1,3 Prozent. Immerhin liegen die deutschen Verteidigungsausgaben damit aber schon höher als die von Großbritannien und Japan. In diesem Jahr erwartet das Stockholmer Institut allerdings weltweit einen Rückgang der Ausgaben für das Militär. Der Grund: Die Corona-Krise dürfte auch an den Etats der Verteidigungsminister nicht spurlos vorübergehen.


Via: Der Standard

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