Grundsätzlich sind Brände ganz im Norden der Erdhalbkugel in den Sommermonaten nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr erreichten diese aber ein bisher nur selten gesehenes Ausmaß. Sowohl in Nordamerika als auch in Sibirien wüteten die Feuer monatelang und verwüsteten riesige Flächen. Schätzungen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA gehen davon aus, dass dabei rund drei Millionen Hektar an Waldflächen zerstört wurden. Dies war nicht nur für die Flora und Fauna vor Ort verheerend, sondern auch für den Kampf gegen den Klimawandel. So wurden im Juli 2019 in der Arktis rund 50 Megatonnen an CO2-Emissionen freigesetzt – und damit in etwa doppelt so viel wie sonst in diesem Zeitraum üblich. Zur Einordnung: Dies entspricht in etwa den jährlichen schwedischen Emissionen.


Bild: Tatiana Bulyonkova from Novosibirsk, Russia [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

An mehr als 5.000 Stellen brennt es bereits

Vor diesem Hintergrund muss eine Warnung des „Copernicus Atmosphere Monitoring Service“ durchaus Sorgen bereiten. Die dortigen Experten haben nämlich Satellitenbilder ausgewertet und festgestellt, dass sich erneut zahlreiche Feuer entzündet haben. Wie groß das Ausmaß allerdings tatsächlich ist, muss nun durch Beobachtungen am Boden ermittelt werden. Aus Russland gibt es allerdings bereits zahlreiche Meldungen, dass die Feuerwehr in der Arktis gegen Waldbrände kämpft. Vor allem die Tundra und andere eisfreie Flächen sind davon betroffen. Insgesamt wurden von den russischen Behörden aktuell schon wieder rund 5.600 entsprechende Brände erfasst. Solange diese allerdings lokal einigermaßen beschränkt bleiben, müssen die Folgen nicht so gravierend sein wie im vergangenen Jahr. Die Gefahr, dass sich das Szenario wiederholt, ist aber recht hoch.

Waldbrände sind ein globales Problem

Problematisch ist dies vor allem, weil es sich um ein globales Phänomen handelt. Denn von der steigenden Zahl an Waldbränden ist keineswegs nur die Arktis betroffen. Vielmehr lässt sich schon jetzt sagen, dass es in diesem Jahr auch in den Tropen zu erheblichen Flächenbränden mit großen Schäden für die Waldgebiete gekommen ist. Die Staaten Zentralamerikas haben daher in den vergangenen Monaten mehr CO2-Emissionen verursacht als im Durchschnitt der Vorjahre. In vielen anderen Regionen – etwa Südamerika – dürfte die Situation ähnlich aussehen. Aktuell entspannt sich die Lage dort allerdings ein wenig. Denn die typische Brandsaison auf der Südhalbkugel ist bereits wieder vorbei. Die Lage in der Arktis zeigt allerdings, dass dies aus globaler Perspektive kein Grund zur Entwarnung ist.


 

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