In der chinesischen Provinz Xinjiang leben rund elf Millionen zumeist muslimische Uiguren. Diese Minderheit wird von der chinesischen Regierung schon seit vielen Jahren drangsaliert. Bereits im Jahr 2018 schätzten die Vereinten Nationen, dass sich rund eine Millionen Uiguren in sogenannten Umerziehungslagern befinden. Nichtregierungsorganisationen kommen bei ihren Analysen inzwischen teilweise auf noch deutlich höhere Werte. International werden die Zustände in Xinjang immer stärker kritisiert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele namhafte Konzerne direkt oder indirekt von der Zwangsarbeit in der Region profitieren. Diesen Vorwurf erhebt zumindest eine gemeinsame Analyse von mehr als 180 Aktivistengruppen. Zu den Unterzeichnern gehören rund 80 Gruppen aus dem Umfeld der Uiguren sowie 100 weitere Organisationen. Der Hintergrund: China ist einer der größten Produzenten von Baumwolle weltweit.


Zulieferer von namhaften internationalen Konzernen sind betroffen

Rund achtzig Prozent der chinesischen Baumwolle wiederum stammt aus der Provinz Xinjang. Beobachter halten es für mehr oder weniger ausgeschlossen, dass der Rohstoff dort ohne größere Menschenrechtsverletzungen geerntet und verarbeitet wird. Dies wiederum könnte für viele internationale Modefirmen zum Problem werden. Zwar bestellen diese in der Regel nicht direkt bei den Fabriken in der Problemregion. Doch in rund zwanzig Prozent der Fälle lässt sich ein Teil der Lieferkette bis nach Xinjang zurückverfolgen. Betroffen davon sind sowohl internationale Konzerne wie Adidas oder H&M als auch viele kleinere Firmen. Die Unterzeichner des jetzt veröffentlichten Briefes fordern die Unternehmen dazu auf, ihre Geschäftsverbindungen genauer unter die Lupe zu nehmen und sicherzustellen, dass keine Ware aus Provinzen mit Zwangsarbeit mehr verarbeitet wird.


Auch bei Haar-Extensions und Gesichtsmasken gab es Probleme

In der Vergangenheit hat öffentlicher Druck in diesem Punkt tatsächlich schon geholfen. So haben H&M sowie Ikea bereits angekündigt, zukünftig auf entsprechende Produkte zu verzichten. Gut möglich, dass zeitnah weitere Firmen nachziehen werden. Allerdings beschränkt sich das Problem nicht nur auf die Modebranche. Denn auch andere Artikel sind von der Problematik der Zwangsarbeit betroffen. So blockierte die US-Regierung erst kürzlich eine Lieferung von Haar-Extensions, weil Zwangsarbeit im Herstellungsprozess nachgewiesen werden konnte. Auch bei den weltweit sehr begehrten Gesichtsmasken steht immer wieder der Verdacht im Raum, dass diese ganz oder teilweise aus Xinjang stammen. Die chinesische Regierung bestreitet offiziell die Existenz von Zwangsarbeit in der Region. Stattdessen ist lediglich von Ausbildungsstätten die Rede.

Via: EUFL

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