Die deutsche Energiewende brachte eine gewisse Ungerechtigkeit mit sich. Denn Hausbesitzer konnten lange Zeit Solaranlagen auf ihren Dächern installieren, deren Strom zu einem garantierten Preis abgenommen wurde. Finanziert wurde dies durch die sogenannte EEG-Umlage – also von allen Stromkunden. Mieter waren dadurch gleich doppelt im Nachteil: Sie konnten nicht nur selber keine Solaranlage betreiben, sondern haben über ihre Stromrechnung auch noch den Bau von Anlagen auf fremden Dächern subventioniert. Das österreichische Startup EET hat in diesem Zusammenhang nun ein interessantes Produkt präsentiert: Ein Solarkraftwerk für den Balkon. Die Module sollen selbst von Laien innerhalb von einer halben Stunde installiert werden können und anschließend bis zu 25 Prozent des eigenen Stromverbrauchs decken. In Deutschland ist die Markteinführung aus rechtlichen Gründen allerdings erst im nächsten Jahr möglich.


Bild: EET via Kickstarter

Das Geld für die Produktion wird bei Kickstarter eingesammelt

Der Hintergrund: Bisher ist es nicht erlaubt, selbst Strom zu produzieren und diesen über die Steckdose in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Diese Vorschrift entfällt allerdings zum 01. Januar 2019. Dies gibt dem Startup Zeit, noch einmal frisches Kapital aufzunehmen. Daher läuft aktuell eine Kickstarter-Kampagne, bei der mindestens 50.000 Euro zusammenkommen sollen, um anschließend mit der Produktion großer Stückzahlen zu beginnen. Alleine im Jahr 2019 sollen den Planungen zufolge dann 1.000 SolMates produziert und verkauft werden. Die Kosten für den Endkunden beginnen bei rund 2.100 Euro. Dafür werden über die gesamte Lebensdauer des Produkts aber auch 10.000 Tonnen CO2 eingespart. Zukünftig sind Kooperationen mit regionalen Energieversorgern angedacht, die beispielsweise beim Betrieb der Solaranlagen für den Balkon helfen könnten.

So viel Strom wie möglich wird direkt vor Ort verbraucht

Der SolMate kann zudem mit einer technologischen Besonderheit punkten. Denn das Mini-Kraftwerk wurde mit einer besonders innovativen Messtechnik kombiniert. Über die Steckdose soll das System ermitteln können, ob im eigenen Haushalt gerade Strom verbraucht wird. In diesem Fall wird der produzierte Solarstrom direkt dafür verwendet. Ist dies nicht der Fall, fließt der Strom in einen integrierten Energiespeicher. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass möglichst viel Strom direkt selbst verbraucht wird. Dies ist bei den aktuellen Strompreisen und Einspeisevergütungen die wirtschaftlich sinnvollste Variante. Wie genau die smarte Messstation allerdings funktioniert, wollten die Gründer von EET noch nicht verraten. Grundsätzlich ist diese Innovation aber natürlich nicht nur für Solaranlagen auf dem Balkon interessant, sondern könnte auch bei Solarmodulen auf dem Dach Anwendung finden.


Via: Kickstarter

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