Eigentlich hatte Tesla-Chef Elon Musk erst vor wenigen Tagen angekündigt, für „eine Weile“ nicht mehr auf Twitter zu posten. Dieser Vorsatz hielt letztlich aber keine drei Tage. Dann veröffentlichte er zwei Tweets, mit harscher Kritik an Amazon. Seine Schlussfolgerung: „Es ist Zeit Amazon zu zerschlagen. Monopole sind falsch.“ Ganz alleine steht der Tesla-Boss mit dieser Meinung nicht. So fordert Elizabeth Warren, ehemalige Harvard-Professorin und Politikerin der Demokraten, schon seit längerem ein solches Vorgehen. Wieso aber kehrte Musk nun eigens zu Twitter zurück, um seine Meinung kund zu tun? Den konkreten Anlass bot der umstrittene Autor Alex Berenson. Der ehemalige Reporter der New York Times hat sich inzwischen einen Namen als Kritiker der weltweiten Anti-Corona-Maßnahmen gemacht.


Auslöser des Streits ist ein fragwürdiges Buch

Seiner Meinung nach werden die Gefahren der Pandemie aus politischen Gründen bewusst übertrieben dargestellt. Insbesondere in den rechten Kreisen der US-Politik finden seine – wissenschaftlich nicht belegten – Ausführungen viele Anhänger. Zum Eklat kam es nun als Berenson ein Buch per „Kindle Direct Publishing“ veröffentlichen wollte. Das Werk mit dem Titel „Verheimlichte Wahrheiten über Covid-19 und Ausgangssperren“ sollte also im Eigenverlag als E-Book erscheinen. Amazon lehnte dieses Ansinnen aber ab und argumentierte, der Inhalt des Buches verstoße gegen die Nutzungsbedingungen. Daraufhin nutzte Berenson seinen Twitter-Account und postulierte: „Sie haben es zensiert.“ Dieser Tweet wiederum wurde von Musk zum Anlass genommen, sich doch wieder per Kurznachricht zu äußern. Eine Rolle gespielt haben dürfte dabei auch die Tatsache, dass Musk ebenfalls zu den Kritikern der Maßnahmen gehört.


Musk und Bezos konkurrieren auch im Weltraum

So geriet er mehrmals in Streit mit den örtlichen Behörden, weil er die Tesla-Fabrik in Kalifornien trotzt der Pandemie nicht schließen wollte. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus bezeichnete er als „faschistisch“. Allerdings erwies er sich nicht gerade als Corona-Experte. So kündigte er an, dass es Ende April keine Neuansteckungen in den USA mehr geben werde. Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer aber schon auf mehr als 100.000 gestiegen. Gleichzeitig dürfte hinter dem Angriff auf Amazon aber auch ein gewisses Kalkül stehen. Denn Musk und Amazon-Boss Jeff Bezos sind beide auch als Raumfahrt-Unternehmer aktiv und auf diesem Gebiet direkte Konkurrenten. So haben sie es sich zum Ziel gesetzt, zeitnah mit dem Transport von Touristen in den Weltraum Geld zu verdienen. Eine Zerschlagung von Amazon würde es Bezos erschweren, diese kühnen Pläne weiter zu finanzieren.

Via: Wall Street Journal

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1 Kommentar

  1. Björn

    5. Juni 2020 at 13:08

    Der hat nur Langeweile, strebt er doch selbst ein Monopol an.

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