Mit der Datenbrille Google Glass wurden einst große Hoffnungen verbunden. Doch das neu entwickelte Produkt konnte sich nicht auf dem Massenmarkt etablieren. Eines der Probleme: Die gesellschaftliche Akzeptanz fehlte. Dies wiederum hing auch damit zusammen, dass jeder den integrierten Mini-Computer und die Kamera sehen konnte. Mittlerweile hat Google den Fokus daher verschoben. Die Datenbrille soll nun nicht mehr als Lifestyle-Artikel an Endkunden verkauft werden, sondern vor allem Facharbeiter bei der Arbeit unterstützen. Andere Unternehmen haben die grundsätzliche Idee hinter dem Projekt aber weiterverfolgt und konnten tatsächlich Fortschritte erzielen. Der wichtigste Durchbruch: Die benötigte Technologie konnte soweit verkleinert werden, dass sie nun in eine Kontaktlinse passt. Gelungen ist dies unter anderem den Ingenieuren des kalifornischen Startups Mojo Vision. Das Unternehmen konnte daher nun einen neuen Prototyp präsentieren und von ersten Fachjournalisten testen lassen.


Bild: Mojo Vision

Klare Bilder erscheinen vor dem Auge des Betrachters

Die Besonderheit besteht in dem gerade einmal einen halben Millimeter großen Bildschirm, der in die Linse integriert ist. Dieser besteht aus sogenannten Micro-LEDs und kommt auf umgerechnet 5.500 Bildpunkte pro Zentimeter. Es handelt sich somit um das kleinste und gleichzeitig dichteste bisher entwickelte Display. Der Clou besteht darin, dass der Nutzer einfach durch diesen Bildschirm hindurchsehen kann, wenn er ausgeschaltet ist. Die Linse muss also nicht extra hinausgenommen werden. Wird das System dann angeschaltet, erscheinen wie auf magische Art und Weise kleine Filme, Bilder oder Wörter vor dem Auge des Nutzers. Diese sind transparent genug, um den Blick nicht zu stören, gleichzeitig aber auch scharf genug, um selbst Details zu erkennen. Bisher erfolgt die Darstellung in einem einheitlichen Grünton. Zukünftig werden den Angaben der Firma zufolge aber auch farbliche Darstellungen möglich sein. Der integrierte Bildschirm kann aber noch mehr.

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Die Zulassung der US-Behörden steht noch aus

So werden mithilfe von winzigen Sensoren die Bewegungen der Augen erfasst. Auf diese Weise soll es beispielsweise möglich sein, eine Playlist nach dem gewünschten Song zu durchsuchen, ohne die Hände zu benutzen. Zugleich erfasst eine Kamera auch die Umgebung des Nutzers. Im Idealfall können so dann sofort wichtige Zusatzinformationen präsentiert werden – etwa die Fahrpläne einer Bushaltestelle. Die dafür benötigten Daten werden mithilfe des verbundenen Smartphones abgerufen. Das alles kostet aber natürlich auch Strom. Die Kontaktlinsen müssen daher regelmäßig aufgeladen werden. Dies soll aber unkompliziert drahtlos möglich sein. Wer sich nun allerdings smarte Kontaktlinsen zulegen möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Denn diese müssen zunächst von der US-Gesundheitsbehörde FDA abgenommen werden. Deren Prüfverfahren gelten als besonders streng. So müssen die Entwickler unter anderem detailliert nachweisen, dass eine gesundheitlich Gefährdung ausgeschlossen werden kann.

Via: Wiwo

1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    3. Mai 2022 at 20:54

    Auch die ’smarte‘ oder ‚bionische‘ Kontaktlinse hat schon eine längere Geschichte mit allerlei interessanten Ansätzen: https://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_01_10_micro_energy_50_kontaktlins.htm

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