Auch die britische Wirtschaft leidet stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Regierung des Landes arbeitet daher an einer Reihe von Maßnahmen, um Industrie und Handel zu unterstützen. Gleichzeitig wird die Situation aber auch als Gelegenheit betrachtet, vor allem nachhaltige und grüne Geschäftsmodelle zu fördern. Eigentlich wollte die Regierung daher in dieser Woche ein großes Maßnahmenpaket präsentieren. Dies wurde nun allerdings verschoben, weil aktuell vor allem die Eindämmung der Pandemie im Vordergrund steht. Denn Großbritannien hat – wie viele andere Länder in Europa auch – aktuell mit stark steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. Einige der geplanten Maßnahmen wurden aber bereits publik. Die wahrscheinlich drastischste: Ab dem Jahr 2030 sollen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden.


Symbolbild

Norwegen ist in Europa am ambitioniertesten

Damit zeigt sich die Regierung deutlich ambitionierter als noch in der Vergangenheit. Denn ursprünglich sollte ein entsprechendes Verbot erst ab dem Jahr 2040 gelten. Im Frühjahr wurde der Termin dann auf das Jahr 2035 vorgezogen. Nun soll es noch einmal fünf Jahre früher soweit sein. Die Unterstützung des Parlaments dürfte der Regierung in dieser Frage sicher sein. Denn die größte Oppositionspartei Labour fordert einen solchen Schritt bereits seit längerem. Innerhalb Europas würde Großbritannien damit zu den Vorreitern gehören. Denn bisher hat nur Norwegen ein noch früheres Verbot für Verbrenner angekündigt: In dem nordeuropäischen Königreich wird aktuellen Plänen zufolge im Jahr 2025 das letzte Auto mit Verbrennungsmotor zugelassen. Deutschland und Frankreich sind hingegen weniger ambitioniert und peilen das Jahr 2040 an.

Das Stromnetz würde der Belastung standhalten

Die britische Regierung hat die Pläne zudem mit den nationalen Stromnetzbetreibern abgesprochen. Denn ein Umstieg auf Elektroautos ergibt nur Sinn, wenn diese anschließend auch ohne größere Einschränkungen aufgeladen werden können. Zumindest in diesem Punkt scheint aber keine Gefahr zu drohen. So haben erste Prognosen ergeben, dass in Stoßzeiten – etwa am frühen Abend, wenn viele Menschen von der Arbeit kommen – die Nachfrage um rund zehn Prozent ansteigen dürfte. Damit käme das britische Stromnetz gut zurecht. Allerdings verweisen die Betreiber darauf, dass dennoch viel Geld investiert werden müsste – und zwar in den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur. Die Ziele der britischen Regierung gehen zudem weit über die Elektrifizierung des Straßenverkehrs hinaus. So gibt es bereits Medienberichte, dass die Regierung bald ein neues Klimaziel verkünden möchte: Ab dem Jahr 2050 soll Großbritannien demnach vollkommen klimaneutral sein.


Via: The Guardian

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