Es ist gar nicht so lange her, dass die meisten Kinder im Frühjahr zur Welt kamen – und auch heute noch herrscht bei den meisten Paaren der Wunsch nach einem Frühlingsbaby vor. Trotzdem hat sich vor etwas 4 Jahrzehnten irgendein geheimer Schalter umgelegt und die meisten Geburten fanden plötzlich im Sommer statt. Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel.


Geburtstagsparty im Juli: Das kommt ziemlich häufig vor.

Im Juli werden heute die meisten Kinder geboren

Die bei weitem meisten unter 40-jährigen Menschen in Europa und den USA sind in den Monaten Juli, August oder September geboren. Der geburtenstärkste Monat ist heute der Juli, hier werden durchschnittlich 20 Prozent mehr Kinder täglich geboren als im Dezember. Wer älter als 40 ist, kam hingegen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit im Februar, März oder April zur Welt. Damals war unsere Zivilisation noch anders strukturiert, viele Familien standen in direkter Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Deshalb glauben einige Forscher, dass Paare bei einer guten Erntesaison flugs ein Kind fürs Frühjahr zeugten, weil sie sich sicher waren, den neuen Nachwuchs gut versorgen zu können. Außerdem fanden mehr Hochzeiten im Sommer statt und nach der Eheschließung war es endlich erlaubt, miteinander ins Bett zu gehen.

Mehr Sommerbabys trotz Frühjahrswünsche

Diese Traditionen brachen ab den 60er Jahren allmählich auf, außerdem kam in jenen Tagen die Pille auf den Markt. Die meisten Paare der 70er wünschten sich die Geburt ihres Babys ausgerechnet im Frühling – und das ist bis heute so geblieben. Ihre Wünsche erfüllen sich jedoch trotz Pille und Planbarkeit eher selten und den Grund dafür kann niemand mit Sicherheit nennen. Einige Wissenschaftler vertreten die Ansicht, es liege an der Spermaqualität, die bei heißem Wetter sinkt und damit zu mehr Fehlgeburten führt. In zunehmend heißen Sommern wären nach dieser Theorie die Frühlingskinder auf dem absteigenden Ast. Erst dann, wenn die warme Jahreszeit sich dem Ende zuneigt, geht es wieder rund: Die Zeugung der Sommerbabys beginnt.


Ob das alles der Wahrheit entspricht, lässt sich derzeit nicht nachweisen. Jedenfalls scheint es nicht völlig egal zu sein, in welchem Monat ein Mensch zur Welt kommt. Schon allein eine Einschulung im jüngeren Alter kann Nachteile mit sich bringen, das belegten norwegische Forscher in einer Studie. Herbstkinder sollen außerdem ein längeres Leben haben als Personen, die im Frühling geboren werden. Aber jedes Leben verläuft individuell – und alles kann ganz anders kommen.

Quelle: berliner-zeitung.de

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