Die Spannungen zwischen den zahlreichen Internetfirmen und der Einwohnerschaft von San Francisco haben sich zuletzt weiter verschärft. Die jungen, zumeist gut verdienenden, Mitarbeiter aus dem Silicon Valley treiben nicht nur die Mieten in die Höhe, sondern verändern auch die Kultur der Stadt. Immer mehr Einwohner San Franciscos fordern daher den Zuzug zu begrenzen und günstigen Wohnraum zu erhalten. Es entbrannte sogar ein Streit darüber, ob die Busse der Firmen die öffentlichen Haltestellen der Stadt benutzen dürfen. Twitter versucht nun durch soziales Engagement die Gemüter zu beruhigen. Die Firma investiert eine Millionen Dollar in den Bau eines Ausbildungscenters für Obdachlose.
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Dabei kooperiert der Social-Media-Dienst mit der Initiative „Compass Family Services“, die sich um die mehr als 3500 Familien ohne festen Wohnsitz in San Francisco kümmert. Gemeinsam entwickelten die beiden Partner den Plan des so genannten „NeighborNest“. Dieses soll in unmittelbarer Nähe des Twitter-Konzernsitzes entstehen und Obdachlosen die Möglichkeit geben, sich zu informieren und neue Dinge zu lernen. Entstanden ist die Idee, aus einem relativ offensichtlichen Problem: Wer kein eigenes Dach über dem Kopf hat, besitzt in der Regel auch keinen eigenen Internetanschluss. Bisher waren viele daher auf die Computer der öffentlichen Bibliotheken angewiesen. Dort gab es aber immer wieder lange Schlangen und Nutzungsbeschränkungen.


Twitter-Mitarbeiter sollen sich freiwillig engagieren

Das neue, von Twitter finanzierte, Center soll aber nicht nur den kostenlosen Zugang ins Internet ermöglichen, sondern auch Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung beinhalten. So werden Mitarbeiter von Twitter ausdrücklich ermuntert, dort auf freiwilliger Basis Kurse und Ausbildungen anzubieten. Dabei soll einerseits der Umgang mit Computern und Software vermittelt werden, andererseits aber auch grundlegende Dinge wie Rechtschreib- und Lesekurse angeboten werden. Für Familien mit Kindern wird zudem ein eigener Spiel- und Lernbereich eingerichtet, wo die Kinder betreut werden, während die Eltern einen der Kurse besuchen. Eröffnet werden soll das „NeighborNest“ im Sommer nächsten Jahres. Zuvor allerdings wird bereits die Weihnachtsfeier des „Compass Family Services“ in den Räumlichkeiten der Twitter-Zentrale stattfinden. Auch zukünftig wollen das High-Tech-Unternehmen und die Obdachlosen-Initiative regelmäßig kooperieren.

Steuer-Nachlässe für soziales Engagement

Vollkommen uneigennützig ist das Engagement von Twitter allerdings nicht. Neben jeder Menge positiver PR, erfüllen solche und ähnliche Projekte auch eine vertragliche Vereinbarung zwischen der Stadt San Francisco und dem Unternehmen. Um einen Umzug der Twitter-Zentrale – beispielsweise in das nahe gelegene Silicon Valley – zu verhindern, hatte die Stadt San Francisco dem Unternehmen erhebliche Steuernachlässe zugesagt. Im Gegenzug allerdings musste Twitter versprechen, sich finanziell in der Nachbarschaft der Unternehmenszentrale zu engagieren. Das „NeighborNest“ ist ein Teil dieses Engagements.


Quelle: Digitaljournal

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