Fossile Energieträger sind eine endliche Ressource. Selbst die größten Öl- und Gasfelder sind daher irgendwann ausgebeutet. Bisher sind die Förderfirmen dann einfach weiter gezogen und haben nach neuen Quellen gesucht. Der Kampf gegen den Klimawandel macht allerdings die Suche nach neuen und nachhaltigen Energiequellen notwendig. Hier rücken nun in den Vereinigten Staaten die alten Ölquellen in den Fokus. So hat das US Department of Energy ein Pilotprojekt ins Leben gerufen und mehr als acht Millionen Dollar für vier Projekte zur Verfügung gestellt. Eine komplett neue Technologie soll damit nicht erforscht werden. Stattdessen geht es um die bereits etalierte Geothermie. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei die Wärme im Erdinneren genutzt, indem Wasser in die Tiefe gepumpt wird und sich dort erwärmt. Flächendeckend hat sich das Konzept allerdings noch nicht durchgesetzt. Verantwortlich dafür sind unter anderem zwei Gründe.


Bild: Flcelloguy, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Die Wärme kann direkt vor Ort genutzt werden

Zum einen ist das Bohren von Löchern nicht wirklich preiswert. Zum anderen muss der Boden vor Geothermie-Bohrungen zunächst aufwändig untersucht werden, um unerwünschte Folgen zu vermeiden. Auch dies treibt die Kosten in die Höhe. Beide Probleme können allerdings durch die Nutzung der alten Öl- und Gaslagerstätten umgangen werden. Genau dies soll nun in Oklahoma getestet werden. Hier soll das an die Oberfläche strömende warme Wasser genutzt werden, um nahe gelegene Häuser zu wärmen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass möglichst viel der Energie auch genutzt werden kann. So kann bei der Wärmenutzung rund neunzig Prozent der geförderten Energie verwendet werden. Wandelt man die Wärme hingegen in Elektrizität um, liegt der Wert lediglich bei noch zehn Prozent. Allerdings kann die Wärme nur im Winter sinnvoll zum Heizen der Häuser genutzt werden. Im Sommer wiederum ist geplant, Wärme aus den Häusern abzuführen und diese mithilfe des Wassers unterirdisch zu speichern.

Auch die Umwandlung in Elektrizität ist denkbar

Die direkte Nutzung der Wärme bringt allerdings auch Nachteile mit sich. So kann diese jeweils nur lokal genutzt werden. Deswegen werden im Rahmen des Pilotprojekts auch Ansätze getestet, bei denen die Wärme zur Stromproduktion genutzt wird. Hier haben die alten Öl- und Gasfelder den Vorteil, dass zumindest eine rudimentäre Infrastruktur inklusive Anschluss an das öffentliche Stromnetz bereits vorhanden ist. Aus wirtschaftspolitischer Sicht bringt die Produktion von Erneuerbaren Energien dort zudem auch einen großen Vorteil mit sich: Ein Teil der Fachkräfte, die heute in der Öl- und Gasindustrie arbeiten, kann so übernommen werden, ohne groß umgeschult zu werden. Zunächst aber gilt es, die Zielvorgaben des Pilotprojekts zu erfüllen. Diese sehen vor, dass innerhalb eines Jahres mindestens ein Megawatt an Energie erzeugt werden muss. Die Forscher der University of Oklahoma sind sich aber schon jetzt sicher, dieses Ziel zu erreichen.


Via: Vox Recode

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