In immer mehr Bereichen ist die künstliche Intelligenz dem Menschen inzwischen überlegen – etwa beim Pokern oder in dem asiatischen Brettspiel Go. In Sachen Sprache allerdings hinkt sie noch deutlich hinterher. Zwar wurden auch in diesem Bereich bereits enorme Fortschritte erzielt. In einem Punkt gibt es aber noch immer Probleme: Dem sogenannten Weltwissen. Dabei handelt es sich um Tatsachen, die für den Menschen intuitiv klar sind und deshalb nicht explizit erwähnt werden. Ein Beispiel: „Max hat einen Sohn. Er kommt jetzt in die Schule.“ Gemeint ist in diesem Fall natürlich, dass der Sohn bald in die Schule geht. Aus rein sprachlicher Sicht, könnte sich das „Er“ aber auch auf den Vater beziehen. In solchen und ähnlichen Fällen stößt die künstliche Intelligenz an ihre Grenzen.


Künstliche Intelligenz

Paul Allen will eine riesige Datenbank aufbauen

Dies gilt sowohl in der direkten Kommunikation als auch bei Übersetzungen. So sind automatisierte Übersetzungen von Debatten im Europäischen Parlament inzwischen vergleichsweise akkurat. Bei Prosa-Texten, die in der Regel mehr solchen Subkontext enthalten, fallen die Ergebnisse hingegen oftmals noch eher schlecht aus. Microsoft-Gründer Paul Allen sagte aber gegenüber der New York Times: „Wenn wir wirkliche Fortschritte in Sachen künstlicher Intelligenz machen wollen, dann müssen wir die Herausforderungen rund um das Weltwissen lösen.“ Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und investiert 125 Millionen Dollar zusätzlich in das „Allen Institute for Artificial Intelligence“ – und verdoppelt so das Budget der Forschungseinrichtung. Mit dem Geld soll unter anderem eine riesige Datenbank aufgebaut werden, indem das notwendige Weltwissen festgehalten wird.

Bisherige Versuche führten noch nicht ans Ziel

Dort sollen dann Fakten festgehalten werden wie: „Produkt X wird für Tätigkeit Y verwendet“. Das Projekt ist allerdings extrem ambitioniert. So wird bereits seit rund 30 Jahren an einer ähnlichen Datenbank namens „Cyc“ gearbeitet, ohne dass ein Ende des Projekts absehbar wäre. Die beteiligten Wissenschaftler mussten feststellen, dass sich im Laufe der Zeit immer neue und unvorhergesehene Probleme ergaben. Außerdem ist die Menge an Weltwissen schlicht extrem groß. So haben andere Untersuchungen gezeigt, dass selbst mit enorm großen Datenbanken, die Leistung der künstlichen Intelligenz nur um wenige Prozentpunkte verbessert werden konnte. Paul Allen will sich davon allerdings nicht entmutigen lassen. Er hofft, mit einem Durchbruch auf diesem Gebiet die Spracherkennung noch einmal deutlich verbessern zu können.


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