Die Wohnungssituation in Berlin ist auch weiterhin angespannt. Wirklich verbessert werden kann die Situation nur durch den Bau von neuen Häusern. In der Regel werden diese aus Beton errichtet. Aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes ist dies allerdings nicht wirklich optimal. Der Hintergrund: Bei der Zementherstellung werden große Mengen an CO2 freigesetzt. In vielen Ländern wird daher mit einem vergleichsweise alten Baumaterial experimentiert: Holz. Denn Bäume absorbieren während ihres Wachstums Kohlenstoffdioxid. Holz kann also gewissermaßen als CO2-Speicher bezeichnet werden. Werden die gefällten Bäume zudem durch neue Gewächse ersetzt, ergibt sich eine hervorragende Klimabilanz. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich Holz nach dem Abriss eines Hauses deutlich einfacher entsorgen lässt als Beton. Dieser Vorteil kommt bei Neubauten im besten Fall aber erst in einigen Jahrzehnten zum tragen.


Bild: Mad arkitekter

15 Prozent der Flächen dienen der sozialen Infrastruktur

Berlin-Besucher könnten schon bald ein ganz besonderes Holzhaus zu Gesicht bekommen. Denn neben dem Anhalter Bahnhof soll Deutschlands höchstes Holzhochhaus entstehen. Die Pläne des norwegischen Architekturbüros Mad Arkitekter sehen eine Höhe von 98 Metern und eine Nutzfläche von 18.000 Quadratmetern vor. Geplant ist eine Mischnutzung: 60 Prozent sollen als Wohnraum dienen, während 25 Prozent zu Gewerbeflächen werden. Die restlichen 15 Prozent sind für die soziale Infrastruktur eingeplant. Darin enthalten ist beispielsweise eine geplante Kindertagesstätte, aber auch eine Besucherplattform auf der obersten Etage. Diese soll auch für die Allgemeinheit zugänglich sein. Die nachhaltige Bauweise und die innovativen Nutzungsideen scheinen auch die Jury überzeugt zu haben: Die norwegischen Architekten setzten sich mit ihrem Entwurf im Rahmen eines Wettbewerbs gegen immerhin 13 Konkurrenten durch.

Holzhäuser stellen keine besondere Gefahr dar

Allerdings ist der Begriff Holzhochhaus nur eingeschränkt richtig. Denn korrekterweise muss von einer Hybridbauweise gesprochen werden. Denn das Untergeschoss sowie die Kerne der vier Baukörper werden ganz klassisch aus Beton errichtet. Lediglich der Rest der Konstruktion wird dann aus Holz bestehen. Auch so können aber beträchtliche Mengen an Zement eingespart werden. Schaut man zurück in die Geschichte der Menschheit wurden Holzhäuser irgendwann durch Steinbauten ersetzt. Der Grund war simpel: Diese waren weniger feueranfällig. In diesem Punkt geben Experten heute aber Entwarnung. In einem Holzhaus ist die Gefahr durch Feuer nicht höher als in einem klassischen Hochhaus mit Stahlträgern. Das Projekt in Berlin ist daher längst auch kein Einzelfall mehr. Tatsächlich bestehen rund zwanzig Prozent der neu gebauten Häuser in Deutschland ganz oder teilweise aus Holz.


Via: UTB

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1 Kommentar

  1. vedder

    3. Februar 2021 at 18:41

    Soll Berlin eine Zukunfts-Weltstadt werden? Visionär ist das Projekt jedenfalls und kann eine Leitlinie für andere Städte sein.

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