Fisch stellt für den Menschen eine wichtige Proteinquelle dar. In den letzten Jahrzehnten ist der Hunger der Menschheit auf die Tiere aus dem Wasser aber etwas zu groß geworden. Die Folge: In vielen Regionen kam es zu einer hoffnungslosen Überfischung. In der Folge entstanden weltweit künstliche Fischzuchtstationen. Diese bleiben aber nicht ohne Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme und können zur Ausbreitung von Krankheiten beitragen. In den Vereinigten Staaten arbeitet das Unternehmen Wildtype daher an einer weiteren Alternative: Fisch, der künstlich im Labor gezüchtet wird. Als Basis dafür dienen Gewebeproben von Lachsen, aus denen Stammzellen gewonnen werden. Diese wiederum lassen sich dann zu verschiedenen Zelltypen heranzüchten. Der grundsätzliche Vorgang kommt in der Forschung bereits seit vielen Jahren zum Einsatz. Die Herausforderung besteht nun darin, die verschiedenen Details so zu optimieren, dass am Ende ein leckeres Produkt herauskommt.


Bild: Wildtype Foods

Der Lachs weist rote Muskelschichten und weiße Fettstreifen auf

So wird im Labor normalerweise fetales Kälberserum genutzt, um das Wachstum der Zellen anzuregen. Diese Vorgehensweise ist aber zu teuer, um damit große Mengen an Fisch zu produzieren. Außerdem stellt sich hier die Frage des Tierwohls. Die von Wildtype in den Vereinigten Staaten betriebene Pilotanlage, sät die Zellen daher auf einer Matrix mit pflanzenbasierter Struktur aus. Diese hat vor allem die Aufgabe, das Wachstum der Zellen in geordnete Bahnen zu lenken. Dass dies funktioniert wird bei der Betrachtung des Endprodukts sofort sichtbar: Der Lachs aus dem Labor weist einerseits rote Muskelschichten auf. Diese werden wiederum durch feine weiße Fettstreifen voneinander getrennt. Vom grundsätzlichen Aufbau her unterscheidet sich der Lachs aus dem Labor also nicht von seinem natürlichen Pendant. Die US-Firma geht davon aus, schon im nächsten Jahr ausreichend Lachs produzieren zu können, um sämtliche Sushi-Restaurants in San Francisco damit zu versorgen.

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Die Kosten sollen vergleichbar sein mit der Fischzucht

Bleibt noch die Frage zu klären, ob der Fisch aus dem Labor auch tatsächlich schmeckt. Für ermutigende Ergebnisse in diesem Zusammenhang sorgte eine Blindverkostung mit rund einhundert Leuten aus der Branche. Diese bewerteten den Geschmack des Fischs aus der Petrischale beinahe so gut wie den von echtem Wildlachs. Die Köpfe hinter dem Unternehmen versprechen zudem, dass sie kein Luxusprodukt auf den Markt bringen werden. Stattdessen sollen die Kosten vergleichbar sein mit denen von Lachs aus Aquakulturen. Grundsätzlich ist die Arbeit mit der Petrischale auch deutlich effizienter. Denn hier wird gezielt das gezüchtet, was auch gegessen wird: Das Filet. In den Aquakulturen wachsen hingegen auch Flossen und Innereien heran, die am Ende im Müll landen. Auch deshalb gehen Experten davon aus, dass der Fisch aus dem Labor auf eine deutlich bessere Umweltbilanz kommen wird als die Konkurrenz aus den Fischzuchtanlagen.

Via: DLF

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