Großbritanniens Premierminister Boris Johnson gilt als großer Anhänger des Radfahrens. In seiner Zeit als Bürgermeister von London war er nicht nur regelmäßig selbst mit dem Rad unterwegs, sondern baute auch ein öffentliches Verleihsystem auf. Um mehr Leute von der Nutzung des Fahrrads zu überzeugen, ist es zudem von entscheidender Bedeutung, dass die Infrastruktur entsprechend ausgebaut ist. Sprich: Es ausreichend sichere und komfortable Radwege gibt. Genau an diesem Punkt möchte die britische Regierung nun ansetzen. So verkündete Johnson, dass rund zwei Milliarden Pfund in eine „Revolution des Radfahrens und Gehens“ investiert werden. Der Großteil der Mittel ist für den Bau sowie den Erhalt von Rad- und Fußwegen gedacht. Gleichzeitig wird es aber auch Gutscheine im Wert von 50 Pfund für die Reparatur alter Räder geben.


Bild: Lloyd Alter, CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Radfahren ist Teil eines Programms gegen Übergewicht

Im Zuge der Corona-Krise haben viele Städte versucht, die Nutzung des Fahrrads zu fördern. Teilweise wurden dafür sogar dem Autoverkehr ganze Fahrspuren weggenommen. Dabei ging es vor allem darum, den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten, um auch dort ein Mindestmaß an Abstand zu ermöglichen. Die britische Regierung verfolgt aber vorrangig ein anderes Ziel: Sie will die Bevölkerung zu mehr körperlicher Aktivität animieren und so vor allem Übergewicht bekämpfen. Auch hier gibt es aber einen Zusammenhang zur aktuellen Corona-Pandemie. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock beispielsweise warb in den sozialen Netzwerken für das Programm mit dem Hinweis, dass Fettleibigkeit die Wahrscheinlichkeit erhöhe an Covid-19 zu versterben. Grundsätzlich wird allerdings keine Pandemie benötigt, um die Gefahren von Übergewicht zu verdeutlichen. Denn auch in normalen Zeiten bringen zu viele Kilos massive gesundheitliche Probleme mit sich.

Junk-Food Werbung gibt es zukünftig nur noch in den Abendstunden

Die britische Regierung will sich daher auch nicht darauf verlassen, dass zukünftig alle Einwohner brav das Fahrrad nutzen. Stattdessen wurden noch zahlreiche andere Maßnahmen beschlossen. So darf Werbung für Junk-Food zukünftig nicht mehr vor 21:00 Uhr gezeigt werden. Kinder- und Jugendliche sollen so seltener angesprochen werden können. Interessanterweise gilt diese Regelung nicht nur für das Fernsehen, sondern auch für das Internet. Es dürfte spannend werden, zu beobachten, ob und wie sich diese Regel dort kontrollieren lassen wird. In Restaurants mit mehr als 250 Beschäftigten – in der Regel dürfte es sich dabei um die bekannten großen Ketten handeln – müssen sich zukünftig in den Speisekarten Hinweise zur Kalorienzahl finden lassen. Dadurch sollen die Besucher animiert werden, sich im Zweifel doch einmal für die gesündere Speise zu entscheiden. Im Idealfall fahren sie nach dem Restaurantbesuch dann auch noch gleich mit dem Rad nach Hause.


Via: Forbes

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