Schutzkleidung, wie sie heute beispielsweise im Umgang mit Corona-Infizierten Pflicht ist, belasten die Träger überproportional, weil sie nicht atmungsaktiv sind. Die Menschen schwitzen schon bei der kleinsten Anstrengung. Künftig haben sie es leichter. US-Forscher haben einen Stoff entwickelt, der Wassermoleküle und Luft durchlässt, biologische und chemische Schadstoffe aber weitgehend aussperrt. „Zweite Haut“ nennt Francesco Fornasiero vom Laurence Livermore National Laboratory  (LLNL) in Kalifornien das hybridmaterial. „Wir haben einen intelligenten Stoff entwickelt, indem wir zwei Schlüsselelemente miteinander kombiniert haben“, sagt der Forscher.


Bild: Ryan Chen/LLNL

Zwei Schichten gegen Bio- und chemische Schadstoffe

Er besteht aus zwei Schichten. Die erste ist mit Millionen Nanoröhrchen aus Kohlenstoff besetzt. Ihr Durchmesser entspricht dem Fünftausendstel eines menschlichen Haares. Sie haben Eigenschaften, die sich auszuschließen scheinen. Zum einen lassen sie Wassermoleküle passieren, zum anderen sperren sie Viren und Bakterien ein, sodass sie keinen Schaden anrichten können.

Die zweite Schicht, die auf die erste geklebt wird, hat Timothy Swager vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge/USA entwickelt. Sie besteht aus Kunststoff, der seine Poren schließt, wenn er mit bestimmten chemischen Schadstoffen in Berührung kommt. Dieser Vorgang ist reversibel. Die Poren öffnen sich also wieder, sobald die Gefahr gebannt ist. „Die Kunststoffschicht kann man mit Fug und Recht smart nennen, weil sie Schutz nur dann bietet, wenn es nötig ist“, so Swager. Sie reagiert vor allem auf Orgaophosphate, die in Nervengiften und in Insektiziden enthalten sind. Damit lassen sich Soldaten schützen, die in gefährdeten Gebieten Dienst tun, etwa dort, wo die Gefahr von Nervengaseinsätzen besteht. Im syrischen Bürgerkrieg beispielsweise sollen derartige Kampfmittel eingesetzt worden sein. Auch Landwirte, die Insektengifte versprühen, könnten davon profitieren.


Mehr Sicherheit für gefährdetes Personal

„Die Sicherheit von Soldaten, medizinischem Personal und Ersthelfern während eines längeren Aufenthalts in gefährdeten Bereichen basiert auf einer Schutzausrüstung, die nicht nur Schadstoffe abwehrt, sondern auch atmungsaktiv ist“, sagt Kendra McCoy, der die Entwicklung für DTRA begleitete. DTRA ist eine US-Behörde, deren Ziel es ist, die Gefahren von Massenvernichtungsmitteln zu reduzieren.

via Lawrence Livermore National Laboratory

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