Das Internet hat für viele Unternehmen ganz neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet. Allerdings haben auch Kriminelle das Netz schon längst für sich entdeckt. Während es insgesamt in Deutschland immer sicherer wird, steigt die Zahl der Verbrechen im Internet konstant an. Alleine in Hessen stieg die Zahl der entsprechenden Straftaten innerhalb der letzten drei Jahre von weniger als 20.000 auf mehr als 30.000. Die Dunkelziffer dürfte zudem noch einmal deutlich höher liegen. Denn viele Geschädigte erstatten erst gar keine Anzeige, weil sie ohnehin nicht davon ausgehen, dass die Täter gefasst werden können. Oder der Schaden liegt im Einzelfall so niedrig, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Insgesamt geht es aber schon um beträchtliche Summen. So werden die Schäden durch Online-Kriminalität alleine in Hessen auf mehr als zwanzig Millionen Euro pro Jahr geschätzt.


Foto: OlliFoolish [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Im Online-Bereich werden mehr Spezialisten benötigt

Auch die Bandbreite der illegalen Aktivitäten nahm in den letzten Jahren zu – und reicht inzwischen von Betrug bis hin zu Gewalttaten. Außerdem sorgt die fortlaufende technische Entwicklung dafür, dass sich auch die kriminellen Methoden beständig weiter entwickeln. Die Polizei stellt diese Entwicklung vor neue Herausforderungen. Denn viele klassische Ermittlungsmethoden funktionieren im Netz nicht oder nur eingeschränkt. Andere Bereiche – etwa die Spurensicherung – laufen komplett anders ab. In Hessen hat sich die Polizei daher nun entschieden, zukünftig vermehrt Spezialisten für den Bereich der Cyberkriminalität auszubilden. Daher gibt es nun einen eigenen Bachelor-Studiengang für angehende Polizisten mit einer Vertiefung in Sachen Cyberkriminalität. Zusätzlich zur klassischen Polizisten-Ausbildung sollen hier auch noch Inhalte aus der Informatik und Informationstechnik vertieft werden.

Bewerber müssen einen Auswahlprozess durchlaufen

Insgesamt dauert der neue Studiengang, der in Mühlheim am Main besucht werden kann, sechs Semester und besteht abwechselnd aus Theorie- und Praxiseinheiten. Die Bewerbung erfolgt zunächst online, bevor dann ein Auswahlverfahren durchlaufen werden muss. Dieses besteht aus einem Online-Test, einer Gruppenaufgabe, einem Einzelinterview, einer ärztlichen Untersuchung und einem Sporttest. Anschließend sollen die ausgebildeten Spezialisten dann in allen Bereichen der Polizeiarbeit eingesetzt werden. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist, dass durch die neuen Spezialisten vergleichsweise neue Formen des Verbrechens wie Cyberstalking, Identitätsdiebstahl oder Erpressungs-Trojaner besser bekämpft werden können. Denn das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum. Zukünftig soll das Recht hier noch öfter durchgesetzt werden als bisher.


Via: Polizei Hessen

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