Am 5. Dezember 2013 starb der südafrikanische Anti-Apartheit-Kämpfer Nelson Mandela. Ein beeindruckender Mann mit einer bewegten Geschichte die einem lehrt, niemals die Hoffnung aufzugeben. Berühmte Zitate wie


Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“

sind weltbekannt und dienen vielen Menschen als Vorbild.

Am Dienstag den 10. Dezember fanden in der „Soccer City“ in Johannesburg die Trauerfeierlichkeiten für „Madiba“ Nelson Mandela statt. Staatsgäste aus der ganzen Welt reisten dazu nach Südafrika um dem verstorbenen Ex-Präsidenten den letzten Respekt zu erweisen. Viele TV-Stationen weltweit übertrugen die Feierlichkeiten live im TV – Doch in zwei Ländern rückte der Tod Mandelas in den Hintergrund und wurde durch banale Diskussionen marginalisiert – Den USA und Österreich.


Mandelas Tod in den USA – Obama Handschlag mit Castro und „Selfies“

Handschlag mit Raul Castro ist wie mit Hitler …

Wie oberflächlich die Berichterstattung in den USA ist zeigt sich darin, dass in allen großen TV-Stationen nur noch ein Thema die Runde macht – „Obama schüttelte Raul Castro die Hand„. Der Bruder von Fidel Castro ist aktuell Präsident von Kuba, ein Land welches in den USA von vielen immer noch als kommunistisches Land des Bösen angesehen wird. Senator John McCain verglich den Handschlag mit Raul Castro sogar mit einem Handschlag Hitlers.

Selfies statt Trauer

Das zweite Thema ist, dass Obama offensichtlich auch ein Fan von „Selfies“ ist. Ein Riesen Trend vor allem unter Jugendlichen und Stars, sich alleine oder mit anderen Personen selbst zu fotografieren und die Bilder dann in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Tumblr oder Pinterest zu teilen. Barack Obama hat die Zeit nach den Feierlichkeiten dazu genutzt ein Selfie mit sich, der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und dem britischen Ministerpräsidenten David Cameron zu machen.

Die bewegende Rede Obamas zum Gedenken an Nelson Mandela wird hingegen kaum irgendwo erwähnt – unbedingt anhören!

Mandela Trauerfeierlichkeiten in Österreich – Der Präsident ist nicht da

In der österreichischen Provinz rückt eine andere Banalität in den Fokus der Medien und lenkt vom eigentlichen Thema ab – Bundespräsident Heinz Fischer reiste nicht persönlich zu den offiziellen Trauerfeierlichkeiten nach Südafrika sondern trug sich nur in der Botschaft ins Kondolenzbuch ein. Aufgrund anderweitiger Verpflichtungen ist er nämlich erst am Mittwoch in Südafrika um vor Ort von Nelson Mandela abschied zu nehmen. Die Opposition und populistische Zeitungen wie der Kurier stürzen sich auf das Thema und machen aus einer Maus einen Elefanten. Die Geschichte Mandelas muss auch hier unter Boulevard-Journalismus leiden.

Ich finde wir sollten uns mehr auf das Vorbild Nelson Mandela und seine Botschaft der Versöhnung konzentrieren und weniger um Banalitäten die am Rande dieser Feierlichkeiten geschehen sind. Seine Biographie ist Inspiration und Mahnmal zugleich und hat es verdient nicht von „Selfies“ und Handschlägen verdrängt zu werden.

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