Österreichs Forscher haben sich in den letzten Jahren einiges an Anerkennung auf dem Gebiet der Quantenphysik erworben. Insbesondere in Wien und Innsbruck sind zwei international hoch angesehene Cluster entstanden. Diese sollen nun im Rahmen des sogenannten „Austrian Quantum Fiber Network“ miteinander verbunden werden. Auf diese Weise würde ein erstes kleines Quanten-Internet entstehen, an das dann nach und nach immer weitere Partner angeschlossen werden könnten. Mittelfristig gibt es dann sogar eine europäische Perspektive. Denn etwa in Tschechien und Frankreich gibt es ähnliche Überlegungen. Irgendwann könnten diese nationalen Netze dann auch miteinander verknüpft werden. Noch ist dies aber reine Zukunftsmusik. Denn schon die Verbindung zwischen Wien und Innsbruck – Luftlinie: Rund 386 Kilometer – stellt aus technischer Sicht eine enorme Herausforderung dar.


In fünf Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein

Zunächst einmal aber die gute Nachricht: Die österreichischen Experten gehen davon aus, auf die vorhandene Infrastruktur aufbauen zu können. So gibt es bereits heute eine Glasfaserverbindung zwischen den beiden Städten. Für einige der geplanten Quanten-Anwendung würde es ausreichen, einfach einige dieser Fasern zu nutzen. Teilweise können dadurch aber Störungen entstehen. In diesen Fällen benötigt das Quanteninternet Lichtleiter, die auch als „Dark-Fasern“ bekannt sind. Diese sollen nun gewissermaßen als Reserve mit verlegt werden. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten werden zumindest teilweise durch einen Zuschuss der Forschungsförderungsgesellschaft FFG in Höhe von 2,8 Millionen Euro gedeckt. Abgeschlossen sein soll der Ausbau in rund fünf Jahren. Nun liegt es an der Wissenschaft, diese zusätzliche Infrastruktur auch tatsächlich nutzbar zu machen.


Noch ungeklärt: Die Frage nach den Quanten-Internet-Repeatern

Denn bisher gibt es solche Quanten-Internet-Verbindungen zumeist nur zwischen räumlich nahe beieinander liegenden Forschungseinrichtungen. Tatsächlich kommt das bisher sicherste Protokoll für Quantenkommunikation nur auf eine Reichweite von deutlich weniger als einhundert Kilometern. Um also die Distanz von Wien nach Innsbruck zu überbrücken, benötigt man sogenannte Quanten-Internet-Repeater. Noch gibt es hier allerdings keine vollständig ausgereifte Lösung. Zumindest wird in diesem Bereich aber intensiv geforscht. Die beteiligten Wissenschaftler sind zuversichtlich, hier bald zu wichtigen Durchbrüchen zu kommen. Genutzt werden soll das Quanten-Internet in Österreich dann vor allem für zwei Dinge. Zum einen zur Entwicklung von vollkommen sicheren Kommunikationsmethoden. Zum anderen zur Etablierung von hochsensiblen Messverfahren.

Via: Der Standard

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