Forscher:innen der University of British Columbia haben eine biologisch abbaubare Waschlösung entwickelt, die Pestizidrückstände von Obst entfernt und zugleich eine Schutzschicht gegen Austrocknung bildet. Symbolbild Klebrige Nanopartikel greifen nach Pestiziden Das Team um Dr. Tianxi Yang stellte Nanopartikel aus Stärke her und überzog sie mit einem Netzwerk aus Tanninsäure und Eisen. Tanninsäure verleiht Tee und Wein ihren herben Geschmack, in Kombination mit Eisen entstehen klebrige, schwammartige Cluster. Diese Struktur nimmt über mehrere schwache Wechselwirkungen Kontakt zu Pestizidmolekülen auf und löst sie beim Waschen von der Fruchtschale. In Tests behandelten die Forscher:innen Äpfel mit drei gängigen Pestiziden in realistischer Konzentration von 10 Milligramm pro Liter. Die Waschlösung entfernte zwischen 86 und 94 Prozent der Rückstände. Wasser, Natron oder reine Stärke schafften jeweils weniger als die Hälfte. Eine essbare Schicht gegen Feuchtigkeitsverlust Nach dem Waschen tauchen die Forscher:innen die Frucht ein zweites Mal in die Lösung. Dabei bildet sich eine dünne, essbare und biologisch abbaubare Schicht auf der Oberfläche. Frisch geschnittene Äpfel bräunten dadurch deutlich langsamer und verloren über zwei Tage im Kühlschrank weniger Wasser. Ganze Trauben blieben bei Raumtemperatur 15 Tage lang prall, während unbehandelte Vergleichsproben sichtbar schrumpelten. Auch Säuregehalt und löslicher Zucker blieben in den beschichteten Früchten höher erhalten. Zusätzlich zeigte die Schicht in Labortests eine hemmende Wirkung auf schädliche Bakterien. Drei Cent pro Apfel Weil die Zutaten günstig sind und sich einfach in Wasser mischen lassen, halten die Forscher:innen eine Anwendung im industriellen Maßstab für realistisch. Nach ersten Schätzungen des Teams würde die Behandlung pro Apfel etwa drei US-Cent kosten, vergleichbar mit bereits verwendeten Beschichtungen. Das Team arbeitet nun an der Skalierung für kommerzielle Verarbeitungsbetriebe, in denen Obst vor dem Versand gewaschen wird. Denkbar wäre langfristig auch eine Version für den Hausgebrauch, etwa als Spray oder Tablette fürs Spülbecken. Bis dahin sind laut den Forscher:innen weitere Tests mit unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten sowie eine regulatorische Prüfung nötig, bevor die Lösung tatsächlich im Haushalt ankommt. via University of British Columbia Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter