Bisher hat der afrikanische Kontinent die Corona-Pandemie weitaus besser überstanden als zunächst befürchtet. Auch dort sind die entschiedenen Gegenmaßnahmen – etwa landesweite Lockdowns – aber nicht ohne Folgen für die Wirtschaft geblieben. Besonders stark betroffen sind davon die ärmsten Teile der Bevölkerung. Denn diese können nicht auf eigene Rücklagen zurückgreifen. Die sozialen Sicherungssysteme wiederum sind in vielen afrikanischen Ländern nur rudimentär ausgebaut. Vor diesem Hintergrund ist ein in Kenia durchgeführtes Experiment von besonderem Interesse: Dort erhalten einige Menschen aus ländlichen Regionen seit dem Jahr 2017 ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Zahlung erfolgt also unabhängig von den sonstigen Einnahmen der Empfänger. Nun haben die Forscher untersucht, inwieweit dies geholfen hat, die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs abzumildern.


Die Menschen investierten das Geld durchaus klug

Die Auswertung kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis: Empfänger des Grundeinkommens hatten eine signifikant – zwischen 4,9 und 10,8 Prozent – niedrigere Wahrscheinlichkeit innerhalb der letzten dreißig Tage an Hunger gelitten zu haben. Insofern lässt sich zumindest hier sagen, dass ein solches Grundeinkommen tatsächlich einen Beitrag dazu leisten kann, die Armut zu bekämpfen. Interessant ist zudem, dass der ausgezahlte Betrag mit umgerechnet lediglich 75 Cent pro Tag vergleichsweise gering war. Trotzdem zeigten sich die eben beschriebenen positiven Effekte. Die Forscher führten dies auf einen einfachen Effekt zurück: In guten Zeiten nutzen die Menschen das Geld, um in sich selbst zu investieren. So bauen sie kleine Geschäfte auf oder bilden sich fort. Hier ist besonders interessant, dass nicht nur die Menschen weniger Hunger litten, die bis heute ein Grundeinkommen erhalten. Vielmehr gab es auch eine Gruppe, die nur bis zum Jahresende 2019 entsprechende Zahlungen erhielt. Auch bei diesen Personen stellte sich der positive Effekt während der Corona-Pandemie ein.


Die Lebensmittelpreise wurden nicht beeinflusst

In schlechten Zeiten wiederum sorgt das Grundeinkommen dafür, dass die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs zumindest ein wenig abgefedert werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Mensch auch zukünftig weiter bereit sind, in sich zu investieren, wenn dies die wirtschaftliche Lage zulässt. Gleichzeitig untersuchten die Forscher noch einen weiteren Aspekt. So ist es während Katastrophen oftmals so, dass direkte Geldzahlungen den betroffenen Personen nur wenig helfen. Denn wenn es gleichzeitig zu Versorgungsengpässen kommt, hat dies lediglich steigende Lebensmittelpreise zur Folge. Dies war bei dem Experiment in Kenia aber nicht der Fall. Vielmehr erwies sich die lokale Versorgung mit Nahrung als durchaus intakt. Folgerichtig lies sich beobachten, dass Menschen mit Grundeinkommen schlicht mehr und besser aßen. Ein Anstieg der Preise war hingegen nicht zu verzeichnen. Die Ergebnisse dürften auch für die Vereinten Nationen von Interesse sein. Denn die Experten dort haben schon vor einigen Wochen ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Armutsbekämpfung vorgeschlagen.

Via: Vox

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