Laut aktuellen Schätzungen sterben Jahr für Jahr gut 15.000 Menschen an den resistenten Keimen MRSA und VRE in deutschen Kliniken und damit deutlich mehr als beispielsweise bei Verkehrsunfällen. Doch bei der Erfassung der genauen Daten zu diesen Fällen konnten nun massive Schwachstellen festgestellt werden, was die Dokumentation der Häufigkeit betrifft.


Keim

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist deutschlandweit für die Erfassung der Fälle erkrankter Menschen verantwortlich, bei denen MRSA- oder VRE-Keime im Blut festgestellt werden konnten. Anhand einer Liste, die der Zeitung „Zeit“ vorliegt, ist klar ersichtlich, dass beispielsweise in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen besonders viele Fälle registriert werden konnten. Doch genauer kann man nicht ins Detail gehen, denn die Werte einzelner Krankenhäuser und Kliniken werden nicht angegeben. So kann nicht geklärt werden, ob sich die Zahlen auf eine vorrangig auf Kliniken beziehen, die sich auf diese Fälle konzentriert haben oder auch um Krankenhäuser, bei denen überdurchschnittliche vielen erkrankten Menschen geholfen wird. Um somit auf eventuelle Missstände bezüglich der Hygiene und mangelnder Sauberkeit hinzudeuten, ist also nicht möglich. Die Gesundheitsämter, Kliniken sowie das Robert-Koch-Institut schweigen hierzu und lassen diese für Verbraucher wichtige Informationen außen vor.


Wie gehen andere Länder mit MRSA- oder VRE-Fällen um?

Dass eine transparente Offenlegung der Zahl der Fälle mit multiresistenten Keimen betroffener Menschen zur Besserung beitragen kann, beweisen die Länder Frankreich und Großbritannien. Hier müssen die Krankenhäuser bereits seit vielen Jahren im Detail Informationen preisgeben, wie viele MRSA-Fälle behandelt wurden. Die Anzahl der Fälle konnte in Großbritannien demnach innerhalb der letzten zehn Jahre von gut 7.000 auf nur noch 862 pro Jahr reduziert werden, was laut Experten mit der deutlich verbesserten Hygiene zusammenhängt.

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