In Chicago haben sich Mediziner und Ingenieure zusammengeschlossen, um mittels eines Smartphones und einer komplexen Software, Menschen mit Epilepsie zu helfen. Das Smartphone mit der speziellen App übermittelt die gemessenen Hirnströme (Elektroenzephalogramm-EEG) des Probanden, an eine Beobachtungsstelle, in der die Daten ausgewertet werden. Mit diesem Prototypen können so bevorstehende Anfälle erkannt werden und eine Warnung an den Probanden gesandt werden, die lebensrettend sein kann. Das Team (Wave Technology Group in Zusammenarbeit mit der University of Chicago) hofft, dass sobald die Technologie und die Software komplett entwickelt sind, ein Frühwarnsystem für Epileptiker entstehen könne. Somit könnten die Patienten gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder Arbeitsprozesse beenden, bevor es zu dem Anfall kommt.

Auch für Kinder kann diese Entwicklung eine hohes Maß an Lebensqualität zurückbringen. Durch das Smartphone und die App übermittelten Daten können einen Alarm auslösen, der dann dazu führt, dass ein Elternteil benachrichtigt wird und helfen kann. So kann den Kindern die Angst vor dieser Erkrankung und den eventuellen Folgen genommen werden und sie gewinnen wieder an Lebensqualität. Mit einem Dienst wie Facebook Places, könnte auch der Aufenthaltsort der Person angezeigt werden. Dieses Frühwarnsystem könnte eine große Entwicklung werden, die der Technologie der Smartphones zu verdanken sei. Als einen Grund für Forschungen in diese Richtung, nannte Sam Cinquegrani, CEO der Wave Technology Group eine eigene Erkrankung in der Kindheit. Wenn man bedenkt, dass in etwa 3 Millionen Menschen in den USA an Epilepsie erkrankt sind, wovon zehn Prozent so schwerwiegend erkrankt sind, dass es zu mehreren Anfällen am Tag kommen kann, könnte diese Technik zu einer großen Hilfe werden.


Die Hirnströme der Patienten werden bei dem Prototyp mit einer scheckkartengroßen Übertragungseinheit per Bluetooth, vielleicht sogar schon in der Specifikation Bluetooth 4.0,  an das Smartphone übertragen. Das Smartphone überträgt die Daten dann, via einem normalem Mobilfunknetz an die Zentrale, wo sie ausgewertet werden. Die Übertragungseinheit kann im Falle eines Netzausfalls die Daten in einem Speicherchip zwischenspeichern. Man erwarte, dass das System bis in etwa Ende 2011 ausgereift und durch die amerikanischen Behörden zugelassen sei. Das Entwicklerteam arbeitet derzeit mit Android Smartphones. Auch ein Einsatz des iPhones von Apple sei vorstellbar. Jedoch hat Apple die von den Entwicklern benötigten Daten bislang noch nicht freigegeben. Wenn man diesem Bericht und dem dahinter stehendem Trend folgt, scheint diese Technologie auch für andere Bereiche in der Medizin und Betreuung sowie Sicherheit von Senioren einsetzbar zu sein.
via computerworld.com

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