Die Bewegungsforschung liefert neue Erkenntnisse über die Auswirkungen stundenlangen Sitzens auf unseren Körper. Erstaunlich ist dabei, wie vielfältig die durch körperliche Inaktivität entstehenden Probleme sind – und wie einfach die Mittel, dem gesundheitlichen Verfall entgegenzuwirken.


Ein kleiner Spaziergang nach dem Essen wirkt Wunder.

Körper ist auf Dynamik und Positionswechsel ausgerichtet

Eine ganz schlichte Aussage gleich zu Anfang: Menschen, die mehr als 6 Stunden pro Tag am Stück sitzen, sterben mit 40 % höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 15 Jahre als Personen, die sich nur 3 Stunden am Stück nicht erheben. Die Betonung liegt dabei auf »am Stück«, denn gerade die dauerhaft statische sitzendende Position ist es, die uns in Schwierigkeiten bringt. Unser Körper ist auf Dynamik und Positionswechsel ausgerichtet, das erspart nicht nur unserem Skelett- und Muskelsystem einigen Ärger, sondern auch dem Gehirn und unserem Zuckerhaushalt.

Der gute, alte Verdauungsspaziergang hat einen tieferen Sinn

Der Blutzuckerspiegel steigt nach der Mahlzeit stark an, ebenso wie die Triglyceride im Blut und die Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren. Letztere bestehen aus Polypeptiden und stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Wer nach dem Essen sitzen bleibt, behält all diese Stoffe sehr viel länger in großer Zahl im Blut, weil die Muskeln die Energie überhaupt nicht benötigen. Doch wenn der Zucker allzu lange im Blut verharrt, kann er auf Dauer die Organe schädigen und das Risiko für eine Erkrankung an Diabetes Typ 2 erhöht sich deutlich. Wenn dieselbe Person stattdessen nur eine Viertelstunde lang ganz entspannt spazieren geht, steigt der Blutzuckerspiegel nur halb so hoch an und auch die anderen Stoffe erreichen deutlich niedrigere Konzentrationen – ganz nebenbei sinkt auch das Krankheitsrisiko erheblich. Dafür braucht es also nicht einmal eine besondere sportliche Betätigung! Der gute, alte Verdauungsspaziergang besitzt also tatsächlich einen tieferen Sinn und sollte zum regelmäßig stattfindenden Teil unseres Lebens werden.


Bewegungsmangel gilt als wichtiger Auslöser für Altersdemenz

In einer Studie der Sportwissenschaftlerin Birgit Sperlich, die an der Uni Würzburg beschäftigt ist, kam heraus, dass die Deutschen nach subjektiver Aussage durchschnittlich 7,5 Stunden pro Tag sitzen, Senioren bewegen sich sogar noch viel weniger. Bei dauerhaft sitzenden Menschen vernetzt sich der für Erinnerungen und räumliches Empfinden zuständige Gehirnteil weniger mit den restlichen Hirnregionen. Bewegungsmangel gilt als ein wichtiger Auslöser für Altersdemenz, aktive Senioren bleiben länger im fit im Kopf. Die Hirnuntersuchung einer 93-jährigen Läuferin per MRT ergab, dass sich vor allem ihre alterungsempfindliche weiße Gehirnmasse in einem besseren Zustand befand als bei inaktiven, gesunden jüngeren Frauen. Ein aktiver Lebensstil ist also ganz ohne Frage auch gut für das Gehirn!

Quelle: www.br.de

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