Elon Musk erweist sich wieder einmal als Visionär und Vorreiter. Das von ihm vorangetriebene Projekt Starlink hat bereits rund 1.000 Satelliten im All platziert. Nutzer können dadurch zumindest in Nordamerika von fast überall auf schnelles Internet zurückgreifen. Andernorts befinden sich ähnliche Projekte noch in der Planungsphase. So hat Amazon zwar selbst noch keine Satelliten ins All geschickt. Man versucht bei den zuständigen Behörden aber bereits Plätze auf den benötigten Umlaufbahnen zu reservieren. Die Europäische Kommission wiederum hat eine entsprechende Ausschreibung durchgeführt. Der Auftragswert beläuft sich schätzungsweise auf insgesamt rund sieben Milliarden Euro. Durchgesetzt haben sich hier vor allem französische Firmen, während aus Deutschland nur der Bremer Satellitenhersteller OHB einen Teil des Zuschlags erhielt. Die Branche hierzulande lässt sich von diesem Rückschlag allerdings nicht beeindrucken.


Deutsche Startups beschweren sich über strenge EU-Vorgaben

Tatsächlich lag es nicht unbedingt an mangelnder Expertise, dass deutsche Firmen nicht zum Zug kamen. Stattdessen waren die Vorgaben der Ausschreibung ungewohnt streng. So durften nur Firmen teilnehmen, die bereits mindestens fünf Raumfahrprojekte mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro realisiert haben. Eine Hürde, die für Startups nicht zu meistern ist. Tatsächlich ist dies nur bei Firmen realistisch, die bereits in der Vergangenheit staatliche Aufträge erhalten haben. Die Ausschreibungsbedingungen waren also mehr oder weniger gezielt auf die bisherigen Partner zugeschnitten. Besonders wettbewerbsfreundlich ist diese Vorgehensweise nicht. Sie führte immerhin zu einer Art Trotzreaktion hierzulande. Denn Branchenköpfe stellten fest, dass sämtliche Komponenten, die für das Satelliteninternet benötigt werden, auch in Deutschland entwickelt werden. Mithilfe eines Konsortiums wollen sie daher gemeinsam ein eigenes Netzwerk im All etablieren.


Volkswagen könnte zum wichtigen Partner werden

Beteiligt an den Planungen sind unter anderem die Firmen Aerospace, Mynaric und eightyLEO. Jede einzelne davon kann wichtige Aufgabenbereiche abdecken. So besitzt Aerospace die notwendige Expertise beim Bau von Satelliten, Mynaric baut Laserterminals zum Transport von großen Datenmengen und eightyLEO hat sich bereits die nötigen Funkfrequenzen gesichert. Letztere Firma hat seit dem Jahr 2019 zudem bereits zwei Testsatelliten im All. Gemeinsam könnte es gelingen, ein entsprechendes Angebot bis zum Jahr 2025 zu etablieren und den Kunden eine Geschwindigkeit von 100 Mbit/s zu garantieren. Obwohl sich die entsprechenden Verhandlungen noch in einem frühen Stadium befinden, wurde zudem bereits mit einem möglicherweise wichtigen Kunden gesprochen. So war VW-Boss Herbert Diess bereits bei Aerospace zu Gast, um sich über das Projekt zu erkundigen. Die Idee: Volkswagen könnte das Satelliteninternet nutzen, um autonom fahrende Autos zu vernetzen.

Via: Wiwo

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