Sex gilt als die schönste Nebensache der Welt. Andere schwören auf Drogen. Eine Alternative könnte jetzt auch Lesen sein. Wie eine Studie von deutschen und spanischen Forschern herausgefunden hat, aktiviert das Lernen neuer Wörter die gleichen Gehirnregionen wie Sex oder Drogenkonsum – ein weiterer Grund mehr Bücher zu lesen.


photo credit: licor de mandarina
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Per Sprache zur Spitze der Evolution

Die Fähigkeit zur Sprache ist eine der wichtigsten, die der Mensch besitzt. Sie unterscheidet uns von unseren tierischen Verwandten und hat erheblich zur Entwicklung des Menschen beigetragen. Doch warum sich Sprache überhaupt ausgebildet hat, ist seit jeher ein Rätsel. Eine Theorie zur Entstehung der Sprache ist, dass das Erlernen neuer Wörter unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und uns damit zum weiteren Lernen motiviert. Allerdings konnte man dies nie experimentell nachweisen – bis jetzt.

Lesen aktiviert Belohnungszentrum im Gehirn

In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben spanische und deutsche Forscher 36 Teilnehmer mittels funktioneller Magentresonanztomographie (fMRT) überwacht und überprüft, welche Teile des Gehirns aktiviert werden, wenn diese neue Wörter lernen oder etwas spielen. Dabei stellte sich heraus, dass bei beiden Aktivitäten der Teil des Gehirns beteiligt ist, der für Belohnungen zuständig ist. Die gleiche Region, die auch beim Genuss leckeren Essens, Sex oder auch Drogenkonsum aktiv ist. Beim Lernen neuer Wörter zeigte sich außerdem, dass eine Verbindung zwischen dem Belohnungszentrum und dem Sprachenzentrum besteht. Menschen, bei denen die Verknüpfung stärker war, waren in der Lage, mehr Wörter zu erlernen.


Sprache ein Effekt der Evolution des Gehirns?

Aus der Studie geht hervor, dass die Verbindung dieser beiden Zentren dem Menschen einen großen Vorteil für seine Entwicklung geboten hat und letztendlich zur Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten geführt haben könnte. Weiterhin führen diese Entdeckungen zu der Frage, ob die Entwicklung der Sprache nur ein Produkt der Evolution des Gehirns ist. Außerdem könnten Emotionen ebenfalls einen Einfluss auf das Erlernen der Sprache haben.

Wer also bisher einen Grund gesucht hat, warum er lesen sollte und weder auf einen Partner noch auf selbstzerstörerische Tendenzen zurückgreifen konnte, für den sind Bücher oder ein Sprachkurs eine hervorragende Alternative – für alle Anderen auch.

Quelle: iflscience

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